Gemeinsam schneller an Schlauch, Spritze und Co.

Die Wehren von Lunzenau und Penig wollen ihre Zusammenarbeit schriftlich besiegeln. Die Kooperation macht die Einsätze effektiver. 2019 sind die Kameraden 20 Mal zusammen ausgerückt - mehr als doppelt so oft wie im Vorjahr.

Lunzenau/Penig.

"Das Wichtigste ist, schnell am Einsatzort zu sein, die Hilfszeiten also so kurz wie möglich zu halten", sagt der Lunzenauer Wehrleiter Volker Uhlemann. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn es in Himmelhartha, einem Ortsteil von Lunzenau, brennt. "Da ist unsere Wehr aus Obergräfenhain näher dran als die Lunzenauer. Schnelle Hilfeleistung darf nicht an Gemeindegrenzen scheitern", sagt Penigs Wehrleiter Thomas Cramer. Zudem sei es wichtig, dass die Ausrüstung stimme. Die Wehren unterstützen sich schon seit Jahren gegenseitig. Bei großen Ereignissen kommt so zum Beispiel der Peniger Rüstwagen zum Einsatz, der, bestückt unter anderem mit Stahlketten, Flaschenzug und Wärmebildkamera, vor allem für die technische Hilfeleistung gebraucht wird. Umgekehrt hat die Peniger Wehr kein Drehleiterfahrzeug. Damit kommen die Lunzenauer Kameraden zu Hilfe.

Eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit beider Wehren besteht laut Cramer und Uhlemann schon lange. Sie sei von beiden Wehrleitern jetzt überarbeitet und vereinfacht worden in den Strukturen, sodass eine noch effektivere Kooperation möglich ist. Im Lunzenauer Stadtrat wurde dieser Vertrag bereits gebilligt. "Unter anderem durch witterungsbedingte Ereignisse wie Stürme oder Starkregen und durch die nahe A 72 vermehrte Einsätze bei Unfällen dort, wird die überregionale Zusammenarbeit immer wichtiger", sagt Lunzenaus Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU). Der Vertrag entspreche diesen veränderten Bedingungen und die gemeinsamen Einsätze seien in ihm noch besser abgestimmt worden. Immerhin gab es in diesem Jahr laut Cramer bereits 20 gemeinsame Einsätze, im gesamten Jahr 2018 lediglich acht.


In Penig steht der Vertrag laut Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt am 10. Oktober auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung. Stimmt auch dieses Gremium zu, werden die Bürgermeister von Penig und Lunzenau unterschreiben. "Das wird dann umgehend geschehen, sodass ich davon ausgehe, dass er kommenden Monat in Kraft tritt", schätzt Hofmann ein, der den Vertrag als eine sehr gute Sache bezeichnet.

"Der Mensch gewinnt, wenn er kooperiert", sagt auch Manuela Tschök-Engelhardt. Die Peniger bringen sich mit acht Ortswehren und etwa 200 aktiven Kameraden ein, die Lunzenauer mit fünf Ortswehren und 84 Aktiven.

Laut Michael Tatz, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Mittelsachsen, gibt es im Landkreis mehrere Kommunen mit derartigen Verträgen. "Es besteht beispielsweise zwischen der Kreisstadt Freiberg und Brand-Erbisdorf eine solche Vereinbarung", erklärt Tatz. Der Kreisfeuerwehrverband begrüße generell jegliche Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...