Geringswalde treibt Abrisspläne von Industriebrache voran

Einmal mehr steht die Stadt kurz davor, die alte Stuhlfabrik zu erwerben. Diesmal sind die Bedingungen so günstig wie nie. Doch in trockenen Tüchern ist noch nichts.

Geringswalde.

Nachdem die Pläne für den Kauf der einstigen Stuhlfabrik an der Bahnhofstraße 35 in Geringswalde Monate auf Eis lagen, nimmt das Vorhaben erneut Fahrt auf. Denn die Stadträte sprachen sich jüngst dafür aus, die Vertragsverhandlungen mit der Eigentümerfamilie aus Bayern voranzutreiben. Das Objekt könnte für einen symbolischen Preis von einem Euro den Besitzer wechseln. Ziel ist der Abriss der Industriebrache, die vielen Geringswaldern als Simöti bekannt ist, die Abkürzung für den früheren volkseigenen Betrieb Sitzmöbel/Tische.

Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) ist, wie er sagte, zuversichtlich, den Kaufvertrag bis zum Beginn des Sommers notariell unter Dach und Fach zu haben. "Noch sind einige Nuancen auszuloten und Details festzuzurren", erklärte er.


Erst vor Wochen hatte der Brand an einem der fünf Gebäude den Zustand des Komplexes mit seinen etwa 16.000 Quadratmetern Fläche ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Nach dem Vorfall in den Morgenstunden des 28. Februar sorgten sich etliche Geringswalder, eine weitere Werkhalle könnte alsbald in Flammen aufgehen.

Daraufhin hatte die Stadtverwaltung die Eigentümerin zum Gespräch gebeten, um die aktuelle Lage zu erörtern. "Dabei wurde schnell deutlich, dass sie mit der Zahlung des symbolischen Obolus eine Menge Sorgen los sein könnte", so Arnold. Denn das Stadtoberhaupt sprach auch an, dass unter anderem die Umfriedung des Fabrikgeländes umgehend hätte sicherer gemacht werden müssen, um Eindringlinge abzuschrecken.

Im Sommer vergangenen Jahres waren sich die Vertragsparteien fast schon handelseinig. Als jedoch die Landesregierung Fördermittel kürzte, trieb die Stadt Geringswalde das Vorhaben nicht weiter voran. Im Rückblick zahlt sich das nun finanziell aus. Damals hätte die Stadt für den Kauf der Simöti 75.000 Euro locker machen müssen. Dennoch dürften sich die Kosten für den angedachten Abbruch nach Schätzungen der Verwaltung bei etwa einer halben Million Euro bewegen.

Daher schlossen sich aus den Reihen des Stadtrats Fragen nach der Finanzierung an. So wollte CDU-Politikerin Steffi Schwark wissen, wie die Chancen auf Fördermittel für einen Abriss jetzt stehen. Nach Aussagen von Kämmerer und Bauamtsleiter Thomas Riedel wird derzeit ein neues Programm aufgelegt, von dem sich die Kommune einen satten Zuschuss verspricht. "Ohne die Hoffnung auf Förderung würden wir nicht kaufen", sagte Riedel. "Zudem sind wir mit dem Brachflächenkonzept für unsere Stadt bereits in Vorleistung gegangen und erfüllen somit die Bedingungen." Freilich bliebe ein Restrisiko, das man nicht völlig ausschließen könne.

Heike Loewe (Die Linke) erkundigte sich, wie es nach einem möglichen Abriss mit dem Gelände weitergehen könnte. "Teil von Förderprogrammen für Abriss ist die Begrünung des Areals, das eine wirtschaftliche Nachnutzung auf zehn Jahre ausschließt", erklärte Riedel. Zunächst aber sei wesentlich, sich den Zuschuss zu sichern. Und das wiederum ginge nur, wenn die Stadt im Grundbuch eingetragen wäre.

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