Geringswalde verliert stadtbekannten Gastronomen

Mehr als 30 Jahre lang stand Manfred Otto hinter dem Tresen der "Karpfenschänke". Jetzt ist er verstorben.

Altgeringswalde.

Er war eine Institution in Altgeringswalde und hat Generationen in der "Karpfenschänke" an der B 175 mit "Karpfen blau" bewirtet. Am 6. Januar erlag Gastronom Manfred Otto im Alter von 78 Jahren seinen schweren Erkrankungen. Er hinterlässt Ehefrau Christa, mit der er 57 Jahre lang verheiratet war, Sohn Michael, der 2003 die Gaststätte übernommen hatte, und die 20-jährige Enkelin Sofia.

Manfred Otto war in Geringswalde stadtbekannt. In dessen Restaurant verkehrte der Stadtrat genauso wie der Heimat- und Kulturverein sowie zahlreiche weitere Geringswalder. Vorzugsweise dann, wenn es etwas groß zu feiern gab. Mehr als 30 Jahre stand Otto hinter dem Tresen des Lokals und managte den Betrieb mit viel Liebe zum Beruf.

Otto wurde am 17. März 1938 in Geringswalde geboren und ließ sich nach seiner Schulzeit zum Landwirt ausbilden. In den 1960er-Jahren war Otto unter anderem für den Forstbetrieb Flöha tätig und stemmte dort mit viel Handarbeit die anfallenden Rodungen. Später sah man den agilen Mittdreißiger als Kraftfahrer für die damalige Textilfabrik "Geri-Kleidung" auf den Straßen, bis er 1971 das väterliche Lokal übernahm.

Christa Otto trägt schwer an dem Verlust. "Sein Herz wollte nicht mehr", beschreibt die 77-Jährige den Auslöser für Ottos Odyssee von Klinik zu Klinik in den vergangenen vier Monaten. "Während seiner Rehabilitationszeit in einer Klinik hatten wir noch Hoffnung, dass er wieder nach Hause kommt. Und wir schmiedeten Pläne, wie seine Pflege und die Termine für die Behandlung organisiert werden könnten", schildert sie. Letztlich sei ihr Mann friedlich und ohne Schmerzen eingeschlafen. "Für ihn eine Erlösung", folgert sie. Und erinnert sich an gute Zeiten: An Wanderungen entlang des Schönburger Flügels oder durch das Waldgebiet der nahen Fröhne. Er sei passionierter Jäger gewesen und ein genauer Beobachter der Natur. Und sie habe ihm den Rücken freigehalten, wenn die "Karpfenschänke" öffnete und der Chef des Hauses auf dem Hochsitz die Zeit vergessen hatte. "Ich bin dankbar für die vielen Jahre an Manfreds Seite."

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