Geringswalder Bauherr schließt Lücke an Bundesstraße

Müssen Brachen entlang der Ortsdurchfahrt abgerissen werden, entstehen oftmals hässliche Einschnitte. Einem davon will sich jetzt ein Bauunternehmer aus dem Ort annehmen.

Geringswalde.

In einem Prozess, der sich insgesamt rund fünf Jahren hinzog, um eine Einigung mit Grundstückseigentümern zu erzielen, ist Detlef Schneider einen entscheidenden Schritt weitergekommen: In der jüngsten Sitzung des Stadtrates ging der Verkauf eines Grundstücks von rund 700 Quadratmetern für 6400 Euro mehrheitlich an den Geringswalder Bauunternehmer.

Schneider will zwei baufällige Häuser an der Leipziger Straße 27 und 29 abreißen, eine Dreckecke neben seinem Grundstück schließen und das gesamte Areal mit dekorativem Sichtschutz einfassen. Die Denkmalschutzbehörde habe grünes Licht gegeben, sagte Schneider. So gehen die Pläne des Bauherren in die Richtung, etwa Ziergewände aus Porphyr, die momentan noch die mürben Gebäude in seiner Nachbarschaft schmücken, beim Abbruch vorsichtig zu bergen und die historischen Teile in die Mauer zu integrieren. "Ich werde mir etwas einfallen lassen, damit das Ensemble nach was aussieht", kündigte Schneider unlängst an.

Das Projekt stieß nicht bei allen Stadträten auf Zustimmung. Denn künftig wird durch die Zusammenlegung der Grundstücke der Weg hinab zum Großteich entfallen, den Alteingesessene als Kieler Bucht kennen. Die Debatte brachte nichts Neues, hatte es doch, wie Klaus Uhlemann als Sachgebietsleiter Allgemeine Verwaltung erinnerte, bereits vor geraumer Zeit dazu einen Entwidmungsbeschluss gegeben.

Werner Stephan (Die Linke) zeigte sich wie bereits in vorangegangenen Diskussionen bei diesem Thema verärgert. "Ich bin dagegen, dass der Weg zur Kieler Bucht entfällt. Für die Geringswalder ist der Zugang zur einstigen Gondelstation ein geschichtsträchtiger Ort. Vielleicht entsteht mal wieder eine solche Attraktion, und dann wäre der Zugang versperrt."

Auch Fraktionschef Konrad Kothe zeigte sich mit der Entscheidung unzufrieden. "Eventuell lässt sich ein Durchgang in Form eines Torbogens durch den geplanten Sichtschutz schaffen", regte er an. Diesem Ansinnen hatte Schneider bereits vor Monaten bei der Vorstellung des Projektes vor den Stadträten eine Absage erteilt. "Ausgeschlossen. Der Durchgang würde dann über mein künftiges Betriebsgelände führen."

Indes fällt mit dem verkauften Grundstück und damit dem Weg von der Bundesstraße 175 zum Großteich neben einer Dreckecke zugleich eine Unfallquelle weg. Denn gerade für Ältere ist die marode Treppe nicht ohne Gefahren, zumal im Winter ohne Wartung. Und Zugänge zum Teich gibt es wie etwa an der Teichgasse oder am Wehr ausreichend. Zudem hatte sich Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) wiederholt "für ein schöneres Stadtbild an unserer Durchgangsstraße" und gegen zwanghaftes Offenhalten des Weges ausgesprochen.

Als eine der ersten Aktionen soll jetzt auf dem Gelände Baufreiheit geschaffen werden. Neben zehn alten Birken mit hohem Anteil an Totholz will Schneider Gestrüpp und Müll entfernen lassen. Im oberen Teil des Geländes plant der Unternehmer den Bau einer Unterstellmöglichkeit, um Bagger, Radlader und Rüttelplatten in den Winterpausen sicher und auf dem eigenen Grundstück zu stationieren.

Schneiders Baupläne dürften der Kommune entgegenkommen. Entfällt doch damit ein Schandfleck im westlichen Teil der Leipziger Straße.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...