Geringswalder Fußballspieler schlagen Alarm

Der Sportverein SV 94 steckt in der Bredouille. Zwar ist er kürzlich in die Mittelsachsenklasse auf-gestiegen, die Trainings-bedingungen sind jedoch kaum noch akzeptabel.

Geringswalde.

Die Liste dessen, was beim Geringswalder Fußballverein SV 94 im Argen liegt, ist lang. Jugendleiter Andreas Mehnert machte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates deutlich, dass dem Verein das Wasser bis zum Hals steht. Nicht etwa, was dessen sportliche Leistungsstärke anbelangt. Denn auf den Aufstieg in die Mittelsachsenklasse sind die Aktiven stolz. Auch auf inzwischen über 40 Kinder, die trainiert werden und für die Fußballspielen alles ist.

Als Mehnert die Zustände am Waldsportplatz beschrieb, schüttelte manch ein Stadtrat ungläubig den Kopf. Denn der Investitionsstau in die Anlage beläuft sich nach groben Schätzungen auf etwa 230.000 Euro. "In Schiedsrichter- und Besprechungsräumen herrscht klamme Kälte. Beheizt wird das Vereinsheim mit Nachtspeicheröfen, denn der Bau war Anfang der 1970er-Jahre hochgezogen worden und verfügt über keinerlei Dämmung", sagte Mehnert. So hätte es in der jüngsten Vergangenheit bereits Beschwerden von Schiedsrichtern gegeben, die die Zustände moniert hätten. "Wir wollen nichts Luxuriöses, lediglich einen sauberen und zumutbaren Standard." Der Verein könne die zu erwartenden Ausgaben nicht aus eigener Kraft stemmen. Zwar gebe es Möglichkeiten über eine Sportförderung. "Doch die setzt voraus, dass die Kommune einen Teil dazu beiträgt." Und deshalb stehe er hier vorm Stadtrat. "Für uns ist es eine Frage weiterer Existenz."

"Wir müssen sehen, wovon wir reden und uns auf einen Termin vor Ort verständigen", schlug Geringswaldes zweiter Vizebürgermeister Thomas Damm (FDP) vor. Werner Stephan (Die Linke) unterstützte das Ansinnen.

Er erwarte heute vom Stadtrat keine Entscheidung, sagte Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos). "Fakt ist, dass etwas passieren muss. Auch, was den Zustand des Rasenplatzes anbelangt." Er schlug einen Vorort-Termin im Frühjahr vor. Bis dahin könne jeder Stadtrat an Lösungsvorschlägen arbeiten.

Grünenpolitikerin Claudia Glanz warb für eine Unterstützung des Vereins. "Gerade mit Blick auf die hervorragende Kinder- und Jugendarbeit, die geleistet wird."

André Winkler (CDU) sah eine mögliche Unterstützung durch die Stadt differenziert. "Die Fußballer sind nicht der einzige Verein, und eine Finanzspritze wird Begehrlichkeiten wecken." Mehnert ging zuversichtlich aus der Sitzung. Es sei etwas angeschoben worden. "Wir wollen niemanden unter Druck setzen, lediglich mit der Stadt im Gespräch bleiben."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...