Geringswalder Initiative fordert Verkehrskonzept

Die Befürworter einer Innenstadtberuhigung startete eine Umfrage unter Anwohnern der Bundesstraße. Das Ergebnis ist eindeutig.

Geringswalde.

Das war ihnen die Mühe wert: Die Initiatoren der "Interessengruppe Umgehungsstraße" klingelten an den Türen von 139 Geringswaldern, die unmittelbar an der Bundesstraße 175 wohnen und holten deren Meinung ein. Etwa, ob sie sich persönlich durch den Schwerlastverkehr gefährdet sehen, ein gefahrloses Überqueren der Trasse möglich ist, die Bausubstanz der Gebäude leidet oder ob Lärm die Lebensqualität beeinträchtigt. Der Radius umfasste Grundstücke von Altgeringswalde über die Geringswalder Innenstadt bis Dittmannsdorf.

"Das Ergebnis war mehr als eindeutig", sagte Mitinitiator der Umfrage, Gottfried Schäfer. So hätten mehr als 80 Prozent der Befragten eine Gefährdung für sich und ihre Gebäude konstatiert und eine Beruhigung des Innenstadtverkehrs gefordert.

Die Auswertung der nichtrepräsentativen Umfrage soll als Diskussionsgrundlage in den nicht öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am Dienstag einfließen und die Forderung nach einer Umgehungsstraße für Geringswalde untermauern.

Hinter der Initiative, die seit Herbst verstärkt Front macht gegen die Belästigung durch, wie es die Gruppe empfindet, zunehmenden Schwerverkehr, stehen unter anderem Edeltraud Kunze, Monika und Siegfried Sachs, Marita und Gottfried Schäfer, und die beiden Linkspolitiker Werner Stephan und David Rausch.

Für Stephan ist das Ansinnen einer Verkehrsberuhigung nichts Neues. So zückte der Kommunalpolitiker beim Treffen der Gruppe am Donnerstag einen Verkehrsentwicklungsplan aus dem Jahr 1992 mit alternativen Trassenführungen, die etwa von Altgeringswalde und an Hilmsdorf vorbei in Dittmannsdorf wieder einmünden und die Innenstadt nicht tangieren, oder Zonen, in denen lediglich 30 Kilometer pro Stunde erlaubt sind. Ein solches, damals von der Chemnitz Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft erstelltes Arbeitspapier müsste auf aktuelle Verhältnisse zugeschnitten werden. "Wir sollten uns jedoch nichts vormachen", schränkte Stephan ein. "Ein solches Projekt würde Millionen verschlingen. Geld, das vermutlich schon damals nicht da war."

Man ziele nicht auf ein generelles Verbot für Laster ab, ergänzte Schäfer. Nur sollte mit Sicht auf künftige Generationen das Vorhaben jetzt angeschoben werden. "Lärm und Schmutz mindern die Wohnqualität, Wohnungen stehen leer, Häuser verfallen und bilden Schandflecke."

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1Kommentare
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  • 2
    0
    Rick79
    12.01.2019

    Es ist interessant das diese so genannte Umfrage "vorsortiert" durchgeführt wurde. Nach der Devise ja keine jungen Leute fragen, denn die könnten ja das Ergebniss negativ beeinflussen. Zudem lässt sich die B175 bequem zu jeder Tageszeit überqueren, aber das wissen die Initiatoren, die zum Groteil weit abseits der Trasse leben, natürlich nicht. Schade das nun der Stadtrat mit zusätzlicher Arbeit belastet wird, wo es doch vieles Wichtigere gebe.



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