Geschichte im Panorama-Format

Acht- und Neuntklässler des Rochlitzer Gymnasiums haben zurzeit Unterricht der etwas anderen Art. Dabei spielen auch Neue Medien eine wichtige Rollen.

Rochlitz.

Im Gewölbekeller des Rochlitzer Schlosses steht eine kleine Gruppe Jugendlicher. Es ist ganz still, keiner bewegt sich. Dann hört man das leise Surren einer Kamera. Ein kurzes Aufatmen geht durch die Runde, Fotograf Marcel Weidlich richtet seine Kamera erneut aus. "Und noch einmal bitte alle stillhalten", lautet seine Anweisung.

Es ist der zweite Projekttag der Schüler des Rochlitzer Johann-Mathesius-Gymnasiums. Zehn Mädchen und Jungen der Klassenstufe 8 und 9 haben sich für das Multimediaprojekt "Hinter Schloss und Riegel" zusammengefunden, bei dem es darum gehen soll, Neue Medien und Rochlitzer Geschichte sinnvoll miteinander zu verbinden, erklärt Katharina Peetz, Lehrerin für Chemie und Geschichte am Gymnasium. Innerhalb der Veranstaltung entstehen 360-Grad-Fotografien vom Schloss, bestückt mit Informationen zu den Räumlichkeiten und deren Besonderheiten.

Begleitet wird das Projekt von Fotograf Marcel Weidlich. Mit seinem Unternehmen 360-Grad-Team erstellt er Fotos im Panorama-Format, vorrangig für Firmen, Gastronomien, aber auch Kultureinrichtungen und Kommunen. Weidlich bringt die notwendige Technik mit, weist die Schüler ein und erklärt, wie das Ganze am Ende aussehen kann. Bereits vor zwei Wochen trafen sich die Jugendlichen, um ein gemeinsames Konzept zu entwickeln. "Wir haben eine Führung durchs Schloss bekommen und dann recherchiert, welches Thema sich am besten für uns eignen würde. Gefangenschaft im Schloss Rochlitz hat sich da angeboten", sagt ein Schüler der 9. Klasse. Spaß mache natürlich vor allem der Umgang mit der Technik, aber auch die Recherchearbeit sei spannend gewesen.

Katharina Peetz freut sich über das Engagement ihrer Schüler. "Sie haben viele Ideen zusammengetragen und dann Drehpläne geschrieben - gleich zwei Stück", so die Lehrerin. Im Projekt gehe es vor allem darum, einen Arbeitsprozess gemeinsam vom Anfang bis zum Ende zu durchlaufen sowie Inhalte medial aufzubereiten.

Am Freitag erfolgten nun die ersten Aufnahmen. Dafür nahm Marcel Weidlich mehrere Fotos von einem Raum auf und setzt diese später mithilfe eines entsprechenden Programms zusammen. Damit am Ende alles passt, sollten sich die Schüler während der Aufnahme nicht bewegen. Auch kurze Ton- und Videoaufnahmen haben die Jugendlichen erstellt, in denen sie erklären, wozu die Räume oder bestimmte Gegenstände einst genutzt wurden. Die Aufnahmen werden in die Fotografien eingebettet. "Es werden interaktive Bilder entstehen. Über verschiedenen Symbole lassen sich dann die Hintergrundinformationen abrufen", erklärt Weidlich.

Das Resultat soll auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite veröffentlicht werden. Neben den Bildern der Rochlitzer Schüler werden dort auch die Ergebnisse der Gymnasien Hartha, Augustusburg und der Oberschule in Leisnig zu sehen sein, die ebenfalls an dem 360-Grad-Projekt teilnehmen, das von der Fördergesellschaft Regio Döbeln und dem Landkreis initiiert und finanziell unterstützt wird.

"Wir hoffen, dass wir mit den Nachbereitungen Ende November fertig sind", so Katharina Peetz. Neben der Internetseite soll das Projekt dann auch in einer App für die Betriebssysteme Android und Apple veröffentlicht werden.

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