Netzwerk Mittweida: Gespendete Sachen finden für kleines Geld neue Besitzer

Das Netzwerk Mittweida ist vor gut drei Monaten in Penig umgezogen. Nun zieht der Verein eine erste Bilanz: Auch am neuen Standort wird das Angebot für sozial Schwache gut angenommen.

Penig.

Angelika Trommer hat, wie man sieht, Spaß an ihrem Job im neuen Geschäft. Nach 21 Dienstjahren gehört sie mittlerweile zu den Urgesteinen des Netzwerks. Der Mittweidaer Verein musste sein Sozialkaufhaus an der Chemnitzer Straße aufgeben und eröffnete Anfang November in der Peniger Mandelgasse die Secondhand-Boutique "Mandelgasse.4". Dass das kleine Bekleidungsgeschäft so gut angenommen wurde, freut sie.

"Jeder, der möchte, kann hier kaufen", sagt sie. Hartz-4-Empfänger bekommen die Sachen zehn Prozent billiger, Leute mit geringem Einkommen erhalten fünf Prozent Ermäßigung. Ladenhüter gebe es nicht. "Wir können jederzeit am Preis was machen, damit wir die Bekleidungsstücke losbekommen", sagt sie. Denn alles, was in der "Mandelgasse.4" angeboten wird, sind Spenden von Leuten, die auf diese Weise Bedürftige unterstützen möchten. Für Bürozwecke und als Ort für Gespräche wurde ein kleiner Bereich des Raumes abgeteilt. Montags bis freitags, jeweils von 10 bis 16 Uhr, werden die gespendeten Kleidungsstücke verkauft.

In einem anderen Raum, der zuvor der Post als Lager diente, ist die Tafel untergebracht. Denn auch diese Ausgabestelle für Bedürftige ist vom Stadtrand in das Privathaus an die Mandelgasse umgezogen. "In der Mittweidaer Tafel wird alles vorsortiert, gepackt und dann hier im neuen Raum ausgegeben", sagt Netzwerk-Geschäftsführerin Anne Katrin Koch. Am Stadtrand sei zwar mehr Platz gewesen. Doch aus Kostengründen habe der Verein das Sozialkaufhaus samt Tafel dort aufgeben müssen. Der neue Standort sei aber ausreichend für die 20 bis 25 Tafel-Kunden, die regelmäßig nun dorthin kommen und sich donnerstags, jeweils von 14 bis 15 Uhr, ihre Lebensmittel abholen. "Wir müssen alles nur etwas anders einräumen", sieht es die Netzwerk-Chefin locker. Denn ihr war wichtig, dass es die Angebote für Bedürftige weiterhin in Penig gibt. In der übrigen Zeit wird der Tafel-Raum als Kreativwerkstatt genutzt, in der sechs Leute, die vom Jobcenter unterstützt werden, über eine Beschäftigungsmaßnahme verschiedene Arbeiten durchführen. Zurzeit basteln sie Osterkörbchen für die Tafel-Kinder.

Unterstützung bei der Suche nach den neuen Räumen habe der Verein von der Peniger Stadtverwaltung bekommen. "Diese Sozialeinrichtung war von der Schließung bedroht. Für die Betroffenen wäre das fatal gewesen", meint Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Es sei daher erfreulich, dass es diese Einrichtung weiterhin in Penig gibt.

Das Netzwerk betreibt Sozialkaufhäuser an fünf verschiedenen Standorten, so in Chemnitz, Freiberg, Mittweida, Döbeln und in Penig.


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