Grieche bringt frischen Wind ins Wiederauer Bürgerhaus

Ein neuer Pächter hat die Ende April geschlossene Gaststätte übernommen. Darüber freuen sich nicht nur die Einwohner, sondern auch die Kegler. Sie können die zum Lokal gehörende Bahn wieder nutzen.

Wiederau.

Die Freude in Wiederau ist groß, denn die Gaststätte im Bürgerhaus öffnet nach nur reichlich zwei Monaten Schließzeit am Freitag wieder, einschließlich der zugehörigen Kegelbahn. "Wir freuen uns sehr und wollen am Freitag auch hingehen und uns anschauen, wie alles geworden ist", sagte gestern Dagmar Szillat. Sie und ihr Mann sind Mitglieder einer Gruppe, die regelmäßig im Bürgerhaus kegelt. "In der letzten Zeit mussten wir auf eine andere Bahn ausweichen. Es ist aber viel schöner, sich im Ort zu treffen." Auch Ute Bergmann ist neugierig. "Wir waren zwar nicht so oft essen, haben aber schon mehrmals Familienfeiern dort ausgerichtet. Es war immer sehr gemütlich."

Das Bürgerhaus war 1997 von der Gemeinde aus der Liquidationsmasse der ehemaligen gärtnerischen Produktionsgemeinschaft gekauft worden. "Während der folgenden beiden Jahre wurde es ausgebaut und dort eine Gaststätte mit Kegelbahn, eine Unterkunft für den Jugendklub und ein Raum für das Blasorchester geschaffen", erklärt Bürgermeister Johannes Voigt (CDU). Gaststätte und Kegelbahn verpachtete die Gemeinde 1999, die Räume für Jugendklub und Blasorchester stellte sie kostenlos zur Verfügung. Die erste Pächterin kündigte Ende April 2001. Ein neuer Pächter übernahm nahtlos am 1. Mai 2001. Doch er warf nach 17 Jahren das Handtuch und schloss die Gaststätte am 30. April dieses Jahres.

Mit Anastasios Strikos fand sich nun ein neuer Pächter. "Meine Frau stammt aus dem Ortsteil Stein. Über Verwandte, Freunde und Bekannte haben wir erfahren, dass ein Pächter gesucht wird", erzählt Strikos, der sich als im Osten gelandeter griechischer Schwabe bezeichnet. Mit seiner Familie lebt er in Chemnitz und bringt auch Erfahrung mit. "Ich bin mit der Gastronomie groß geworden, meine Eltern hatten ein Restaurant", erklärt er. In Chemnitz sei er in einem Restaurant von Freunden tätig gewesen und habe dort alles gemacht "von der Küche bis zum Service". Die Gaststätte in Wiederau zu übernehmen, habe er sich nicht drei, sondern fünf Mal überlegt. "Ich bin aber zuversichtlich, dass es laufen wird. Von den Leuten aus dem Ort weiß ich, dass eine Gaststätte gebraucht und gewollt wird", sagt Strikos.

Die Gäste erwartet eine neu gestaltete Gaststube, die durch die Dekoration mit Gardinen und Bildern einen Hauch griechisches Flair ausstrahlt. Auf griechischem Essen soll auch ein Schwerpunkt liegen. "Doch ich weiß, dass ich hier auf dem Land und nicht in der Stadt bin. Entsprechend wird es nicht nur griechische Gerichte geben und auch an die Leute, die nur mal auf ein Bierchen und eine Bockwurst vorbeikommen wollen, denke ich", versichert Strikos, der auch erst einmal schauen möchte, was die Gäste wünschen.

"Ich bin froh, dass die Gaststätte so schnell wieder zur Einkehr einlädt", sagt Bürgermeister Voigt. Auch die Mitglieder des Jugendklubs freuen sich. "Wir waren oft in der Gaststätte, im Gegenzug hat uns der damalige Pächter besucht. Wir hätten gern wieder so ein gutes Verhältnis", sagt Klubmitglied Sascha Ecke.

Die Gaststätte im Bürgerhaus ist neben dem Gasthof und dem Fischhof in Topfseifersdorf eine der drei Einkehrmöglichkeiten im Ort. Der Gasthof in Königshain hat laut Bürgermeister vor ein paar Jahren dicht gemacht, die Gaststätte "Zum Hirsch" in Wiederau zum 1. Juli.

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