Grundschule: Bürgermeister kritisieren Amts-Entscheid

Die Chefs von Mittweida und Erlau bemängeln, dass eine Direktorin zwei Häuser leiten muss. Auch sehen sie einen Widerspruch zum Schulgesetz.

Erlau/Mittweida.

Nach dem Wirbel um verschiedene Schulleiterwechsel an Grundschulen in der Region haben sich die Bürgermeister von Erlau und Mittweida an das zuständige Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) in Chemnitz gewandt. In einem Schreiben machen sie ihrem Ärger Luft und fordern eine andere Lösung.

Hintergrund: Kurz vor Schuljahresende war bekannt geworden, dass der Erlauer Grundschulleiter Eric Kaltschmidt ab diesem Schuljahr die Grundschule in Hainichen leitet. Dorthin hatte das Lasub ihn abgeordnet, zunächst für ein Jahr. Die Stelle in Hainichen war frei, weil die bisherige Schulleiterin Grit Eichner seit Schuljahresbeginn die Pestalozzi-Grundschule in Mittweida führt, nachdem der dortige Direktor in den Ruhestand gegangen war. Für die Erlauer Stelle wurde kein Ersatz geschaffen. Stattdessen leitet Grit Eichner diese Schule nun parallel zur Mittweidaer.

Dass Eichner zwei Schulen führt, "erfolgte ohne unsere Information", heißt es in dem Brief ans Amt, unterzeichnet von Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) und Erlaus Bürgermeister Peter Ahnert (parteilos). Eine Schule wie die Pestalozzi-Schule könne nicht in Teilzeit geleitet werden, und die Erlauer Schule habe erst vor zwei Jahren einen neuen Schulleiter erhalten, der sich sehr gut eingelebt habe. Im Sinne der Kontinuität und Qualität der Grundschulausbildung sollten daher beide Stellen wieder dauerhaft einzeln besetzt werden, fordern die Rathauschefs.

Das Vorgehen des Lasub stehe aus seiner Sicht zudem im Widerspruch zum Schulgesetz, so Schreiber. Die Schulleiterstellen seien ohne Information und Einvernehmen der Schulträger, Mittweida und Erlau, besetzt beziehungsweise geändert worden.

Das Schreiben liegt dem Amt vor, bestätigt Referentin Michaela Bausch. "Mit beiden Bürgermeistern wurde gesprochen. Ein Antwortschreiben ist in Bearbeitung." Ralf Schreiber bestätigte einen Anruf eines Lasub-Vertreters. Er habe die Informationspolitik gegenüber Mittweida ausdrücklich bedauert.

Dass beide Leiterstellen besetzt werden müssen, sei auch die Ansicht des Lasub, so Bausch. Deshalb wurden die Schulleiter- und Stellvertreterstelle in Hainichen Anfang Juli ausgeschrieben. Sie könne noch nicht sagen, ob schon Bewerbungen eingegangen sind. "Nach jetzigem Kenntnisstand kann Herr Kaltschmidt im nächsten Schuljahr an die Grundschule Erlau zurückkehren", so Bausch.

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