Gute Qualität bei Äpfeln - aber auch viel Fallobst dieses Jahr

In dieser Saison tragen die Apfelbäume viele Früchte. Das beschert eine reiche Ernte, aber auch Probleme beim Verkauf. In Döhlen kann man bisher nur eine Zwischenbilanz ziehen.

Döhlen.

Der Apfel als Frucht steht bei Verbrauchern nach wie vor hoch im Kurs. Ein Beweis dafür ist das jährliche Hoffest des Obstgutes Seelitz in Döhlen. Zum 16. Mal fand es am Sonntag statt, und die Resonanz war wieder groß, wie Obstgut-Inhaber Wolfgang Kuhn gestern bilanzierte. "Wir können die Gäste gar nicht mehr zählen", sagte er.

Viele hätten sich dafür interessiert, an einer der fünf Führungen durch den Betrieb teilzunehmen. "Man kommt dabei mit den Kunden ins Gespräch. Sie hatten unter anderem Fragen zum Pflanzenschutz und zur Lagerung der Äpfel", so Kuhn. Umringt sei auch wieder der Pomologe gewesen, bei dem Besucher mehr über mitgebrachte Apfelsorten erfahren konnten.

Unterdessen ist die Apfelernte auf den Plantagen des Obstgutes noch nicht abgeschlossen. Im August wurde damit begonnen. "Wir haben rund 1000 Tonnen runter, wollen noch drei Wochen pflücken. Das werden sicher noch 300 Tonnen Tafelware", so Kuhn. Geerntet würden noch die Sorten Pinova und Jonagold sowie Sapora. Bei der Ernte werden Erntehelfer eingesetzt.

Insgesamt rechnet der Geschäftsführer in dieser Saison damit, dass am Ende etwa 800 Tonnen Tafelobst zusammenkommen. Das Lagerhaus werde voll. Wie viel in die Industrie geht, lasse sich noch nicht sagen. Der Anteil an Fallobst sei in diesem Jahr sehr hoch, bedingt durch übermäßigen Behang und Trockenheit. Andererseits seien die Tanks bei den Mostereien voll. Ein Problem könne es also werden, das Fallobst noch zu verkaufen. "In Bezug auf die Erntemenge sind wir zufrieden, auch die Qualität ist sehr gut. Nur die Preise sind nicht zufriedenstellend", so Kuhn. Wegen des allgemein hohen Angebots an Äpfeln seien die Preise erwartungsgemäß gefallen. Viele Kunden hätten noch Vorräte aus dem eigenen Garten, was man derzeit am verhaltenen Direktverkauf spüre. Gegen Weihnachten hin erwartet Kuhn aber steigenden Absatz. An den Preisen des Betriebs habe sich nichts geändert. 1,20 Euro kostet das Kilo, wenn man selbst pflückt, 1,50Euro im Hofladen.

Für die Zeit bis Mitte des Monats hofft Kuhn, dass kein Frost kommt. Nach der Apfelernte seien Pflanzenschutzmaßnahmen und Schnittarbeiten geplant. Mit einem etwas mulmigen Gefühl schaut der Geschäftsführer auf 2019. Weil dieses Jahr alles voll hänge, könne es passieren, dass die Pflanzen nicht genug Kraft hatten, die Blüte fürs nächste Jahr zu bilden.

Im Betrieb sind neben Kuhn elf Mitarbeiter beschäftigt. Zur Unternehmensnachfolge laufen weiter Gespräche, so der 66-jährige Kuhn.

Auf der Plantage in Gröblitz können Äpfel bis zum 13. Oktober selbst gepflückt werden, donnerstags und freitags 9 bis 17 Uhr, samstags 9 bis 15 Uhr.

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