Haus Bethanien: Seit 20 Jahren Heimstatt

Betrieben wird die Einrichtung für behinderte Menschen in Königsfeld von der Diakonie. Ziel der Arbeit mit den Bewohnern ist deren Selbstständigkeit.

Königsfeld.

Die Flure leuchten in angenehmen Farben, an vielen Stellen hängen Fotos, Bilder und Frühlingsschmuck, Ein- und Zweibettzimmer sind nach persönlichem Geschmack eingerichtet und große Holztische zeigen, wo man sich trifft - im Haus Bethanien in Königsfeld herrscht eine wohnliche Atmosphäre. Seit nun 20 Jahren ist die Einrichtung des Diakonischen Werks Rochlitz Heimstätte für Menschen mit geistiger, teils auch körperlicher und psychischer Behinderung.

Das Jubiläum wird im Juni mit einer Festwoche gefeiert. Unter anderem ist am 6. Juni ein Festgottesdienst in der Kirche geplant, danach Brunch und Programm auf dem Gelände der Wohnstätte. Auch soll es eine Ausstellung geben, die unter anderem Werke der Bewohner zeigt.


Die Geschichte des Hauses beginnt im November 1991. Die damalige Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Rochlitz, Annelies Hunger, benennt die Notwendigkeit der Wohnstätte. Im Juni 1995 erfolgt der erste Spatenstich für den Neubau, der auf dem Gelände eines alten Vierseithofs entsteht. Finanziert wird das Projekt aus Bundesmitteln, sowie durch die Aktion Mensch und Eigenmittel der Diakonie. Am 6. Juni 1997 wird das Haus eingeweiht.

Heute bietet es für Menschen ab 18 Jahre bis ins Rentenalter 35 Wohnheimplätze sowie 15 Plätze in der Wohnheimpflege. 2007 wurde die erste Außenwohngruppe "Haus Weitblick" in einem Nebengebäude eröffnet, 2009 kam eine zweite - "Mittendrin" - in Rochlitz dazu. Hier wohnen heute 6 und 10 Personen. Seit 1998 wurde das ambulant betreute Wohnen aufgebaut. 42 Klienten leben hier in eigener Wohnung.

Zugrundeliegendes Ziel des Hauses ist es, die Bewohner auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit zu unterstützen, erklärt Katja Thomas, seit 2011 Leiterin. Mehrfach konnten Bewohner der Wohnstätte in eine Außenwohngruppe ziehen, deren Nutzer in einer Behindertenwerkstatt arbeiten. "Wir sollten immer schauen, was das Beste für die Person ist", sagt Thomas. Zum Betreuungsteam gehören 48 Mitarbeiter, darunter Pflegefachkräfte, Heilpädagogen und Heilerziehungspfleger.

Auch schwierige Bewohner habe man schon aufgenommen, Thomas spricht von "herausforderndem Verhalten" - anderen und sich selbst gegenüber. Teilweise kommen sie aus anderen Bundesländern, wurden von einer Einrichtung zur nächsten geschickt. "Wir holen die Bewohner jeden Tag dort ab, wo sie stehen."

"Das Haus Bethanien ist wie eine große Familie", sagt Bernd Merkel, Geschäftsführer des Diakonischen Werks. Zum Gemeinschaftsgefühl tragen diverse Angebote bei. In der Ideenwerkstatt in einem Nebengebäude wird etwa gemeinsam Mittagessen zubereitet. Dort kann auch gebastelt werden. In der Kreativscheune finden sich eine Ergotherapie mit Töpferwerkstatt und Begegnungsräume. Auch werden Ausfahrten und Urlaube unternommen, Theater und Musik gemacht, Bibelstunde und Gottesdienste besucht. Zudem gibt es Feste wie den Weihnachtsmarkt zusammen mit der Feuerwehr und ein Sportfest mit einer Einrichtung in Hartmannsdorf.


Verein vielfältig tätig

Die Diakonie ist der soziale Dienst der evangelischen Kirchen. Hervorgegangen aus der Inneren Mission wurde das Diakonische Werk Rochlitz als Verein am 13. Dezember 1990 gegründet. Er hat seinen Sitz im "Haus der Diakonie" an der Rochlitzer Bismarckstraße und ist im Altlandkreis Mittweida tätig. Beschäftigt sind 150 Mitarbeiter, über 125 Menschen engagieren sich ehrenamtlich. Rund 900 Mitglieder zählt der Verein. Zu den weiteren Tätigkeiten gehören beispielsweise die Betreuung in der Kindertagesstätte "Triangel" in Frankenberg, Frühförderung, Erziehungs- und Familienberatung, Schuldner- und Insolvenzberatung, Notfallseelsorge und Migrationsberatung. (fmu)

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