Hitze macht Mitarbeitern zu schaffen

Die hohen Temperaturen stellen zurzeit Betriebe und Institutionen vor Herausforderungen. Vielen Chefs ist das nicht egal, wie eine "Freie Presse"-Umfrage zeigt.

Penig.

An den Papiermaschinen von Schoeller Technocell ist es in diesen Tagen besonders heiß. "Wir stellen das ganze Jahr über für unsere Mitarbeiter Wasser bereit. Bei den derzeitigen Temperaturen wird das momentan mehr in Anspruch genommen", sagt Bernd Lange, stellvertretender Werkleiter in Penig.

Auf die Produktion an der Papiermaschine habe die derzeitige Sommerhitze aber keinen Einfluss. Die Halle wird be- und entlüftet. Dennoch: Bei mehr als 40 Grad Celsius seien die Mitarbeiter sehr angespannt. Das treffe auch für die Beschäftigten im Außenbereich zu, für die die Belastung ebenfalls hoch sei. Die Produktion läuft im Drei-Schicht-System. "Arbeitszeitverlagerungen gibt es deshalb nicht", erklärt Lange. Auch aus dem Büro-Bereich habe es noch keine Anfragen zu möglichen Arbeitszeitverlagerungen gegeben. In verschiedenen Bereichen seien Klimaanlagen installiert, sodass auch die Büros auf der Südseite erträgliche Temperaturen hätten. Auch die Technikräume seien klimatisiert.

Das mehr als 800 Mitarbeiter zählende Werk von Schoeller Technocell in Weißenborn hat angesichts der anhaltenden Trockenheit ein Wasserproblem. "Der Pegelstand der Freiberger Mulde ist deutlich zurückgegangen, wir mussten deshalb schon Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Produktion, die 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche läuft, zu sichern", sagt der stellvertretende Werkleiter, Bernward Treus. So musste bereits Wasser zugekauft werden. Zudem seien Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs ergriffen worden. Auswirkungen auf die Produktion habe man so vermeiden können. Für die Mitarbeiter stehe ausreichend Sprudelwasser bereit. "Viele Mitarbeiter nutzen die flexiblen Arbeitszeiten und kommen etwas früher zur Arbeit", so Treus.

Mit rund 1500 Vollzeitstellen gehört das Landratsamt zu den größten Arbeitgebern im Kreis. Um der größten Hitze zu entgehen, gebe es eine flexible Arbeitszeitregelung, sagt Pressesprecher André Kaiser: "Der Arbeitsbeginn ist ab 6.30 Uhr in den frühen Morgenstunden möglich." Dabei werde darauf geachtet, dass die Fachbereiche zu den Öffnungszeiten entsprechend besetzt seien. Den Mitarbeitern des Landratsamtes werde in den Teeküchen zudem Trinkwasser zur Verfügung gestellt. (mit jan)


"Bei Hitze mehr trinken"

Dr. Wolfram Fritsch ist Oberarzt am Kreiskrankenhaus Freiberg. Steffen Jankowski bat den Vize-Chefarzt der Klinik für Innere Medizin um Tipps.

Wie lässt sich ein Hitzekollaps oder Hitzschlag vermeiden?

Mehr trinken als sonst. Etwa zwei Liter reichen normalerweise am Tag. Bei Hitze oder körperlicher Belastung darf es auch etwas mehr sein.

Welche Getränke empfehlen Sie?

Natriumreiches Mineralwasser, Saftschorlen oder Gemüsebrühen. Alkoholische oder stark gezuckerte Getränke sind ebenso zu meiden wie zu viel Kaffee oder schwarzer Tee.

Was raten Sie beim Essen?

Mehrere kleine Mahlzeiten statt der üblichen drei großen. Gut verträglich sind viel frisches Obst und Gemüse.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...