Hobbyfotograf entdeckt Storchenpaar in Burgstädt

Ein Tier hat sich mit einer Partnerin auf einem Schornstein eingenistet. Dabei hatte er sein Glück erst woanders gesucht.

Burgstädt.

Anwohner und Hobbyfotograf Peter Reichelt sind die ersten Fotos vom Storchenpaar auf dem alten Schornstein im Gelände des Busunternehmens Fritzsche an der Chemnitzer Straße gelungen. "Von meiner Terrasse aus habe ich eine gute Sicht", sagt der Rentner. Im April habe er mit seinem Fernglas die Tiere beobachtet. Der 72-Jährige engagiert sich für den Naturschutz und arbeitete früher mit dem Ornithologen Dieter Schilde zusammen. Da sei das Interesse für die Vogelkunde geweckt worden. "Ich bin gespannt, ob dieses Jahr Nachwuchs kommt", sagt er. Fällig sei es allemal, meint er. Ein Nachbar ergänzt: "Weil die Chemnitzer Straße für die Durchfahrt aufgrund des Brückenbaus gesperrt ist, ist es vielleicht ruhiger und damit aussichtsreicher für die Aufzucht von Jungen."

Der männliche Weißstorch kommt schon das dritte Jahr in Folge nach Burgstädt, sagt auf Anfrage der Storchenbeauftragte des Landkreises Mittelsachsen, Kai Schaarschmidt. Das habe er anhand der Beringung erkennen können. Was die Frage des Nachwuchses betrifft, will er kein Orakel abgeben. "Aber die Chancen stehen gut", fügt er hinzu. "Denn das Tier wird dieses Jahr fünf Jahre alt und damit steigt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Brut." Interessant sei gewesen, dass der Burgstädter Storch im März erst eine Woche auf dem Nest in Penna gesessen und dort eine Partnerin gehabt hatte. Von diesem Horst sei er dann von einem nachkommenden Storch vertrieben worden und nach Burgstädt zurückgekehrt. Dort brütet er mit seiner hiesigen Partnerin bereits seit mindestens vergangener Woche, erläutert Schaarschmidt.


Voriges Jahren waren im Landkreis insgesamt 13 Junge geschlüpft, sagt der Storchenexperte. Die Vögel wurden auf Nestern in Penna, Polditz, Altmittweida, Niederschöna, Helbigsdorf, Neuwallwitz und Burgstädt beobachtet. Nachwuchs gab es überall, nur in Burgstädt nicht. Gründe könnten Neststreitereien zwischen Rivalen, Partnerwechsel oder fehlende Geschlechtsreife sein.

Dieses Jahr sind laut Schaarschmidt mindestens acht Nester besetzt: in Penna, Polditz, Altmittweida Neuwallwitz, Niederschöna, Helbigsdorf, Frankenberg und Burgstädt. Als eventueller neunter Standort nennt der Experte Rochlitz. "Dort ist momentan aber nur ein Storch anwesend." An mindestens sechs Standorten werde sicher gebrütet. Genaue Angaben zu den Nachwuchszahlen könne er etwa ab Ende Juni nennen.

Und wie wirken sich die Hitze im April und der jetzige Regen auf möglichen Nachwuchs aus? Für die Jungenaufzucht sind trockene Phasen eher zuträglich, vor allem in den ersten vier Wochen, sagt Schaarschmidt. Der jetzige Regen sei für die Natur dringend notwendig, damit auch für Nahrungsentwicklung für die Vögel wichtig.

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