Hochschule: Baustart für neue Bibliothek ist absehbar

Die lange Suche nach einem geeigneten Standort hatte das Projekt verzögert. Nun können sich Architekten bewerben.

Mittweida.

Zehn Jahre ist es her, seit die Hochschule Mittweida erstmals einen Antrag für ein neues Bibliotheksgebäude gestellt hat. Nun ist ein Baustart für das Projekt absehbar. Am Dienstag hat der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben. Bis zum 11. September haben Architekten die Möglichkeit, sich zu bewerben. Im Februar könnte laut SIB-Sprecher Tobias Lorenz feststehen, welches Büro den Auftrag erhält. Es folgen die Entwurfsplanung, für die weitere acht Monate veranschlagt sind, die Ausführungsplanung und schließlich eine Ausschreibung der Bauleistungen. Frühestens im Frühjahr 2020 könnten somit auf dem Areal des ehemaligen Laserzentrums nahe der Leisniger Straße die Bauarbeiten beginnen.

Die Hochschulleitung hatte in der Vergangenheit mehrfach die Hoffnung auf einen Baubeginn 2019 geäußert. "Die Studierenden und Lehrenden benötigen dringend eine neue Bibliothek", sagt Kanzlerin Sylvia Bäßler. "Wir freuen uns, dass endlich Bewegung in die Sache kommt." Dass die Ausschreibung erst jetzt starten konnte, hat laut Hochschule vor allem zwei Gründe. Zum einen hatte sich die Entscheidung für den Standort der Bibliothek lange hingezogen. Als er Mitte vergangenen Jahres schließlich feststand und die Ausschreibung beginnen sollte, meldete die Bildungseinrichtung zusätzlichen Bedarf für Archivräume an. Das SIB musste sie nachträglich einarbeiten.

Laut Ausschreibung sollen die Gesamtbaukosten bei fast 16,9 Millionen Euro brutto liegen. Neben dem Bibliotheks- und dem Archivbereich sind dem Dokument zufolge auf insgesamt 2941 Quadratmetern unter anderem eine Cafeteria, Einzel- und Gruppenarbeitsplätze vorgesehen. Bislang ist der Bibliotheksbestand der Hochschule an zwei Standorten an der West- und der Goethestraße untergebracht. Er soll an einem Standort zusammengelegt werden.

Derweil nehmen auch die Zukunftspläne für die Stadtbücherei Gestalt an. Ursprünglich hatten Stadt und Hochschule geplant, ihre Bibliotheken gemeinsam unter einem Dach, dem ehemaligen Hotel "Stadt Chemnitz" am Technikumplatz, unterzubringen. Im vergangenen Sommer entschied sich der Freistaat jedoch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit dagegen. Das einstige Hotel steht unter Denkmalschutz, bei der Sanierung hätten entsprechende Auflagen beachtet und Nachbargebäude besonders geschützt werden müssen.

Die Stadtverwaltung hält jedoch an ihren Plänen fest, auch sie hat Ende Juli Architektenleistungen im Europäischen Amtsblatt ausgeschrieben. Ziel ist es, die Stadtbibliothek nun allein in dem derzeit leerstehenden Gebäude unterzubringen. Am bisherigen Bibliotheksstandort am Pfarrberg ist die Stadt nur Mieter, das Haus am Technikumplatz hingegen gehört ihr. Der vorläufige Kostenrahmen liegt laut Ausschreibung bei rund 4,5 Millionen Euro. Das Vorhaben wird über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert und soll Ende 2021 fertiggestellt werden. Fest steht bereits, dass sich die Architektenbüros Sporbert aus Frankenberg, Raum und Bau aus Dresden und BPS aus Döbeln an dem Wettbewerb beteiligen werden. Weitere Planer können sich bis Ende August bewerben, Ende September soll eine Ortsbesichtigung stattfinden. Der Siegerentwurf soll Ende des Jahres gekürt werden. (mit fpe)

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