Hochschule nach Drohung evakuiert

Polizei räumt Mittweidaer Medienzentrum - Studentenrat ist verärgert

Mittweida.

Der Ärger über die Folgen einer am Mittwochabend ausgesprochenen Bombendrohung gegen die Hochschule Mittweida ist am Tag darauf immer noch groß gewesen. Betroffen waren nicht nur die rund 500 neuen Studenten, die zu einem Grillfest im Rahmen der Erstsemestertage eingeladen waren, sondern insbesondere die Mitglieder des Studentenrates der Hochschule. Denn die hatten mit immensem Aufwand eine der wenigen Veranstaltungen auf die Beine gestellt, die derzeit überhaupt unter Coronabedingungen stattfinden konnten: das sogenannte "Ersti-Grillen".

Doch das musste vorzeitig abgebrochen werden, nachdem am Mittwoch gegen 20.30 Uhr ein Anruf bei der Polizei einging, in dem die Drohung ausgesprochen wurde. Was konkret Inhalt oder Anlass des Drohanrufes war, verriet die Polizei nicht. Doch auf dem Campus machte die Nachricht von einer Bombendrohung schnell die Runde, wegen der die Polizei zur Evakuierung des Areals rund um das Medienzentrum an der Bahnhofstraße angerückt war. Rund 500 Personen, die sich dort hauptsächlich im Parkhaus aufhielten, mussten den Bereich vorübergehend verlassen. Anschließend wurde das Gebäude mit zwei Polizeihunden durchsucht. Gegen 22.30 Uhr wurde der Einsatz beendet, eine Bombe wurde nicht gefunden. Die Polizei ermittelt nun wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

"Wir haben mit viel Aufwand das 'Ersti-Grillen' hinbekommen. Da ist es mehr als ärgerlich, wenn so etwas abgebrochen werden muss", sagte am Donnerstag der Geschäftsführer des Studentenrates der Hochschule (Stura), Gordon Guido Oswald. Der Stura hatte die Fete für die Studierenden veranstaltet, welche zuvor immatrikuliert wurden. Welche Motivation hinter dem Drohanruf stecken könnte, kann sich Oswald nicht erklären. Zumal der Veranstaltungsort witterungsbedingt erst am Mittwochmittag kurzfristig ans Medienzentrum verlegt worden sei.

Mit dem Abbruch des Festes ist auch finanzieller Schaden entstanden, den Oswald auf mehr als 2000 Euro schätzt, da nicht verbrauchte Lebensmittel entsorgt werden mussten. Das treffe letztlich alle Studierenden, die mit ihrem Beitrag die Arbeit des Studentenrates mitfinanzieren.

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