Holzfäller schaffen Platz für Sportplatz

Auf dem westlichen Areal des Rochlitzer Gymasiums wird eine neue Anlage gebaut. Denn die wird für den Sportunterricht dringend benötigt. Doch das Vorhaben ist umstritten.

Rochlitz.

Lange Zeit spendeten sie Schülern Schatten an heißen Sommertagen. Damit ist es vorbei: Denn die stattlichen Kastanien auf dem Gelände des Rochlitzer Gymnasiums wurden am gestrigen Mittwoch von Mitarbeitern eines Landschaftsbaubetriebs gefällt. Fünf Bäume müssen weichen, damit ein neuer Sportplatz für die Bildungseinrichtung gebaut werden kann.

Seit November liegt die Baugenehmigung vor. Momentan holt das Landratsamt - der Kreis ist Schulträger - Angebote ein und bereitet die Ausschreibungen vor, wie Behördensprecher André Kaiser erklärt. In Summe werden circa 900.000 Euro investiert. Richtig loslegen sollen die Handwerksfirmen aber erst Ende Juni. Bis die Gymnasiasten den Sportplatz nutzen können, dauert es. Schließlich sollen sich die Arbeiten bis Ende kommenden Jahres hinziehen.

Die moderne Anlage ist notwendig und bietet einige Vorteile: Bis zu vier Klassen könnten dort zeitgleich Sportunterricht haben. Die Planungen sehen nicht nur ein Spielfeld, auf dem Basket-, Hand- und Volleyball sowie Badminton gespielt werden kann, vor. Auch eine Laufbahn ist geplant, dazu eine Kugelstoßanlage, eine Weitsprunggrube und eine Gymnastikwiese.

Der Bau des Sportplatzes wird von Lehrern und Schülern gleichermaßen herbeigesehnt. Müssen sie doch bisher vor und nach dem Unterricht zu anderen Sportstätten im Stadtgebiet marschieren. Denn das Gymnasium, an dem rund 600 Mädchen und Jungen lernen, verfügt selbst nur über eine kleine Turnhalle. Durch den Weg dorthin und durch das Umkleiden geht allerdings eine gute halbe Stunde verloren. In Zukunft wird das anders sein und mehr Zeit für den Sport bleiben.

Doch das Projekt ist umstritten. Auch, weil die jahrzehntealten Kastanien gefällt werden müssen. Doch nicht nur deshalb. Der Sportplatz passt nicht so recht ins Bild. Stein des Anstoßes ist unter anderem ein sechs Meter hoher Ballfangzaun, der rings um die Anlage und unmittelbar nach dem historischen Zaun aufgestellt werden soll. Die Sichtachse des zum Ende des 19. Jahrhunderts erbauten Komplex mit seiner auffälligen Klinkerfassade ist so zerstört. Ein Kompromiss zwischen Kreis und Stadt konnte nicht gefunden werden. "Wir sind enttäuscht", sagt Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos). Die Wünsche der Stadt seien unzureichend berücksichtigt worden. Außerdem hatte die Stadt vorgeschlagen, dass der Grünstreifen zwischen der Anlage und dem Zaun sechs Meter breit und nicht nur rund dreieinhalb Meter wird. Doch daraus wird nichts. Eine Laufbahn hätte dafür geopfert werden müssen.

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