Im Heimstudio wird am Sound getüftelt

Seit 70 Jahren steht das Akkordeonorchester Penig auf den Bühnen der Region und spielt auf Festen. Damit die Musik frisch und modern klingt, denkt sich Steffen Riedel immer neue Raffinessen aus.

Penig.

Wenn sich Steffen Riedel ins "Musikzimmer" seines Hauses in Markersdorf zurückzieht, kann sich seine Truppe meist auf etwas Neues freuen. Seit 1978 ist der 54-Jährige Mitglied des Akkordeonorchesters Penig und seit 1986 sein künstlerischer Leiter. Ob Titel von Elton John, Abba oder James Last - nichts wird eins zu eins übernommen. Jeden Song arrangiert er neu, macht ihn passend fürs Akkordeon und schreibt für jedes einzelne Instrument die Noten. "Für ein Lied brauche ich etwa 40 Stunden", sagt er. Damit nicht genug. Auch bei Auftritten soll das Orchester brillant im Sound rüberkommen.

Der Staub der Jahrzehnte ist längst weg. Der Terminkalender des Orchesters, das am 28. September im Peniger Ratssaal mit einem Festkonzert sein 70-jähriges Bestehen feiert, ist gut gefüllt. Doch das war nicht immer so. Als Werksorchester des VEB Papierfabriken Penig 1949 gegründet, durchlebten die Akkordeonspieler um Vereinschef Jens Hantusch vor allem um die Wendezeit eine musikalische Durststrecke. "Wir haben mit vier Leuten wieder angefangen", erinnert sich Steffen Riedel. Dann fanden vor allem jüngere Leute den Weg in die Truppe. Aktuell spielen 19 Musiker mit - die meisten, vor allem Frauen, sind um die 30. Das älteste Mitglied ist 68 Jahre, das jüngste 17 Jahre alt. Geprobt wird donnerstags von 19 bis 21 Uhr im "Waldhaus". An weiteren Mitstreitern ist das Akkordeonorchester interessiert. "Wer zu uns kommt, sollte aber schon spielen können", so Steffen Riedel. Etwa vier Jahre Praxis seien wünschenswert. Denn das Niveau, das die Musiker mittlerweile erreicht haben, kann sich durchaus sehen lassen. Die am weitesten entfernten Auftrittsorte waren bisher die Peniger Partnergemeinde Uttenweiler und ein Auftritt in Heiligenstadt. Ansonsten ist das Akkordeonorchester in der heimischen Region und im Raum Chemnitz zu Hause, spielt bei Dorf- und Stadtfesten, bei Hochzeiten, Vereinsfeiern und anderen Anlässen. "Dieses Jahr im August gab es ein Novum", erzählt Riedel. Denn das Orchester war in einer Woche gleich dreimal gebucht worden. Zurzeit bereiten die Musiker schon ihr Weihnachtskonzert vor, das dann gemeinsam mit dem Burgstädter Taurasteinchor bestritten wird.


Technisch aufgerüstet wird ständig, verrät der künstlerische Leiter. Denn es komme auch in größeren Sälen darauf an, den gewünschten Klang zu erzielen. "Wir wollen immer mehr in die modernere Richtung gehen." Ins Programm aufgenommen wurden daher auch Titel wie "Lifesaver" von der finnischen Rockband Sunrise Avenue. "Dort war ich mal zum Konzert", sagt Riedel. Das habe ihn inspiriert, auch Rocktitel fürs Akkordeon umzuschreiben. Und ein Medley von Roland-Kaiser-Titeln haben die Peniger Musiker ebenfalls im Programm. Der Renner zurzeit sei aber "Orange Blossom" von James Last.

Zusammenhalt sei wichtig, sagt Riedel. Einmal im Jahr geht es deshalb gemeinsam in eine Jugendherberge. Dort wird gewandert, geprobt und natürlich gefeiert.

Unter diesem Link finden Sie eine Hörprobe des Akkordeonorchesters Penig

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