Investor kauft Kohrener Landmolkerei

Das Unternehmen Conzima Food aus dem Allgäu ist neuer Eigentümer des insolventen Peniger Betriebes. Alle 75 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Der Firmenchef hat große Pläne.

Penig.

Seit dem 18. Juli, als die Kohrener Landmolkerei einen Insolvenzantrag stellte, war der Fortbestand des im Peniger Gewerbegebiet Tauscha ansässigen Unternehmens gefährdet. Doch nun soll es wieder aufwärts gehen. Die Conzima Food GmbH aus dem bayerischen Wiggensbach hat die 2014 eröffnete Molkerei aus der Insolvenz gekauft und will das Unternehmen in eine sichere Zukunft führen. Über die Kaufsumme haben der Insolvenzverwalter und das Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

"Ich freue mich ganz besonders darüber, dass die moderne Molkerei in Penig und damit auch ihre derzeit 75 Mitarbeiter eine Zukunftschance bekommen", sagt Insolvenzverwalter Thomas Jacobs von der Kanzlei Brinkmann & Partner aus Chemnitz. Jacobs sieht damit seine Ziele erfüllt. Ihm sei es in erster Linie darum gegangen, eine bestmögliche Lösung für die Gläubiger zu finden, die Arbeitsplätze zu erhalten und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern.


Die Conzima Food betrachtet den Kauf der Landmolkerei als Startschuss zum Aufbau einer kleineren Unternehmensgruppe im Molkereibereich, wie man betont. "Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren mehrere Molkereibetriebe unter unserem Dach zu vereinen und diese konsequent auf die Nischenproduktion auszurichten", sagt Geschäftsführer Rüdiger Fricke. Er bekräftigt, dass alle derzeit 75 Arbeitsplätze in Penig erhalten bleiben. "Für unsere Ziele brauchen wir qualifizierte und agile Mitarbeiter. Daher freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit der bestehenden Belegschaft", betont Fricke.

"Wir wollen die Regionalmarke Kohrener Landmolkerei fest in der Region verankern", so Fricke weiter, der das Unternehmen zudem auf die Verarbeitung von Spezial-Milchprodukten wie Weide- oder Heumilch konzentrieren möchte. Ziel sei es, neue Produkte zwischen konventioneller Milch und Bio-Milch zu etablieren. "Damit wollen wir konsequent auf das zunehmende Interesse der Verbraucher an Produkten aus der Region eingehen und dem Handel zudem interessante Spezialprodukte mit Mehrwert anbieten", erklärt der Investor. Fricke sieht auch die von der Kohrener Landmolkerei vertriebene Heumilch "als Premiumprodukt mit guten Marktchancen".

Vorgesehen sei, dass Fricke gemeinsam mit Jörg Rögner die Geschäfte führen wird. Fricke ist gebürtiger Sachse und hat bei mehreren großen Molkereiunternehmen mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Milchbranche gesammelt, heißt es. Er freue sich auf eine neue Herausforderung in seiner Heimat. Mit seiner Unterstützung wolle sich Conzima Food darauf konzentrieren, langjährige Kontakte zu Lieferanten und Kunden zu nutzen und die Geschäftsbeziehungen wieder zu aktivieren. Denn durch die Insolvenz waren beispielsweise große Handelsketten abgesprungen und hatten die Landmolkerei-Produkte nicht mehr gelistet. "Zudem ist es unser Ziel, auch neue Kunden für unser Projekt zu begeistern", so Fricke. "Dazu wollen wir von Beginn an ein verlässlicher Partner für unsere Kunden und Lieferanten sein", erklärt Fricke.

Erleichterung herrscht auch in der Peniger Stadtverwaltung, denn der Betrieb ist ein wichtiger Arbeitgeber für die Region. "Wir haben die ganze Zeit gehofft, dass sich für unsere Kohrener Landmolkerei eine Lösung ergibt. Dass nun ein Vertrag geschlossen ist, stimmt uns sehr optimistisch - vor allem im Interesse der Weiterbeschäftigung der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", erklärt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt im Gespräch mit der "Freien Presse".


Bayerische Firmengruppe kauft in Sachsen - Über den Investor und den Peniger Betrieb

Conzima Food: Das im bayerischen Wiggensbach (Landkreis Oberallgäu) ansässige Unternehmen bietet eigenen Angaben zufolge "Lösungen für Unternehmen an, die strukturelle, Ertrags- oder Existenzprobleme haben". Unter der Leitung von Gründer und Gesellschafter Manfred Ziegler unterstützt die Conzima-Gruppe Unternehmen in Schieflage. Ziel sei es, dass sich die Unternehmen konsolidieren und nachhaltig bestehen können. Die Gruppe habe in den vergangenen Jahren mehrfach die Basis für eine positive Neuausrichtung von Unternehmen schaffen können, heißt es.

Kohrener Landmolkerei: Das Unternehmen war Ende 2012 aus einem Zusammenschluss von landwirtschaftlichen Betrieben aus Sachsen und Sachsen-Anhalt entstanden. Ziel war seinerzeit, die eigene Milch zu verarbeiten und zu vermarkten. Der Peniger Betrieb stellt vornehmlich Milch, Joghurt und Milchmixgetränke her und verarbeitet am hiesigen Produktionsstandort jährlich etwa 45 Millionen Kilogramm Milch. (ule)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 3 Bewertungen
2Kommentare
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  • 4
    0
    1960175
    10.09.2019

    Liebe Interessierte, erst lesen, dann denken, dann Schlussfolgerungen ziehen und erst dann kommentieren.

  • 2
    16
    Interessierte
    10.09.2019

    Da bringt der bestimmt die Milch von seinen Glockenkühen mit ...



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