Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf Hilfe aus der Kreisverwaltung

In jedem Frühjahr stehen dem Geringswalder Schwimmmeister Lutz Porsche Sorgenfalten auf der Stirn. Am Schwimmbecken nagt der Zahn der Zeit. Das blieb auch Mittelsachsens Landrat nicht verborgen.

Geringswalde.

Es war wohl eher Zufall, dass der Geringswalder Schwimmmeister Lutz Porsche ausgerechnet am Kommunaltag am Dienstag die Eisdruckpolster aus dem Schwimmbecken im Freibad an der Auenstraße entfernte. Dabei treten wie nach jedem Winter die ersten Frostschäden zutage, dann kommen ihm die Abbrüche von Betonteilen an der Beckenkrone entgegen. Die drückte er wenig später Mittelsachsens Landrat Matthias Damm (CDU) in die Hand. Die Gelegenheit war günstig, weilte doch der Landkreischef innerhalb seiner Besuchsreisen gerade in der Stadt.

Der Zustand des Beckens treibt den Schwimmmeister um. "In dieser Woche beginnt das Ablassen des Wassers. Erst dann wird sichtbar, was der Frost an Schäden hinterlassen hat." Die Krone sei damals zur Stabilisierung mit einer im Beton eingelassenen Stahlbewehrung versehen worden. "Und, wo durch Risse Wasser eindringt, oxidiert das Material, treibt den Beton auseinander. Das lässt sich nicht aufhalten."


Einen weiteren neuralgischen Punkt in der beliebten Freizeitanlage auf rund 11.000 Quadratmetern bilden für Porsche die Wege an der Schräge zur Gartensparte "Heimaterde". "Der Hang arbeitet", konstatierte er. Ein Wegebau wäre dringend erforderlich. "Denn die Gehwegplatten driften immer mehr auseinander, es bilden sich Spalten, und damit steigt die Stolpergefahr." Zudem gerieten die in den Hang eingelassenen Geländer zunehmend in Schieflage.

Darauf hatte der Landrat auch keine fertige Lösung parat. "Das nehmen wir nach Freiberg mit", sagte Damm zum abschließenden Gespräch im Anschluss an die Rundfahrt, die auch das Stadtzentrum und den Ortsteil Arras umfasste. "Die Freizeitanlage hat aus meiner Sicht überregionale Bedeutung", urteilte der Kommunalpolitiker. "Wir werden alle Möglichkeiten prüfen, welche Art der Förderung infrage kommen könnte."

Auch dem Geringswalder Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) ist klar, dass im Stadtbad mittelfristig etwas passieren muss. Dabei sei man in der Vergangenheit nicht untätig gewesen. So habe es Bestrebungen gegeben, sich in eines der Förderprogramme von "Stadtumbau Ost" einzuklinken. "Anders als etwa Lunzenau oder Rochlitz ist es uns nach mehreren Anläufen nicht gelungen, darin aufgenommen zu werden." Und Aussichten, das Freibad über Gelder der Europäischen Union fit zu machen, seien derzeit vage. Ob das Bad dann berücksichtigt werde, sei ungewiss. "Ich vertraue der Zusage des Landrats, uns zu unterstützen", betonte Arnold.

So unberechtigt dürften die Hoffnungen des Stadtchefs, das Freibad einer Frischekur zu unterziehen, gar nicht sein. Hat doch die sächsische Landesregierung ihr Förderprogramm "Vitale Dorfkerne" deutlich ausgeweitet, um der schleichenden Landflucht zu begegnen.

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