Jugend erzählt über die Zukunft

Wahlen 2019: Dritte Etappe der Wahlwanderung: Von Mittweida über Sachsenburg nach Frankenberg und Braunsdorf engagieren sich Menschen für ihre Region. Manche bekommen die Unterstützung, die sie brauchen. Andere hoffen noch darauf.

Mittweida/Frankenberg.

Als ich am Montag Mittweida erreiche, könnte der Kontrast zu den Dörfern zuvor nicht größer sein: Da ist Leben auf der Straße, Kinder warten auf den Bus. Am Tzschirnerplatz lese ich an einem Buswartehäuschen: "Wozu die Eile? Woher des Weges? Wohin die Wünsche? Wo stehst du?" Das sind genau die Fragen, die hinter meiner Wahlwanderung durch Mittelsachsen stehen. Die dritte Etappe führte mich am Dienstag von der Hochschulstadt nach Braunsdorf.

Zuvor hatte ich am Abend noch ein Treffen mit dem Studentenrat. Gina Louise Pink und Kurt Sauer hatten gerade den ersten Drehtag für ihr Video zur Europawahl hinter sich. "Mir war es wichtig, unsere Generation aufzuklären, wie wichtig Wählen ist - gerade in dieser Umbruchszeit", erklärt Pink.

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Aber auch die Kommunalwahl sei wichtig, betonen sie. Wie sie haben einige Studenten nur einen Nebenwohnsitz in Mittweida, manche pendeln. "Aber dann kriegt man weniger vom Mittweida-Gefühl mit", sagt Sauer und lobt die kurzen Wege und den Zusammenhalt. Mit Alexander Maack und Helmut Hammer aus der Pressestelle schlendere ich am nächsten Morgen über den Campus zum neuesten, erst 2018 eingeweihten Gebäude. Sie erzählen mir von der Wirkung, die die Hochschule auf die Stadt und die Region hat: Mittelsachsen brauche Nachwuchs, Maschinenbaufirmen und Automobilhersteller Mitarbeiter - beides bringe die Uni hervor. Rund 2200 junge Leute kommen jedes Wintersemester. Manche landen in den Vorlesungen von Professor Michael Kuhl. Die Herausforderung in den Ingenieurswissenschaften laute Industrie 4.0 - also E-Mobilität, selbstfahrende Autos, Kommunikation mit Maschinen. Im Gegenzug wisse Mittweida, was es an der Uni hat - etwa hätte das Medienzentrum nicht campusnah gebaut werden können, hätte die Stadt nicht mit einem Grundstückstausch geholfen. Maack ist nach zehn Jahren aus München zurückgekehrt. "Weder der Wohnungsmarkt noch die Parkplatzsuche ist hier problematisch", sagt er.

Haben mir die Mittweidaer gerade von der Zukunft erzählt, tauchen wir im Zschopautal in die Vergangenheit ein. Bis Sachsenburg begleiten uns Stollneingänge. Dann taucht neben uns eine alte Fabrik auf, die mehr als das war: das ehemalige KZ in Sachsenburg. 2019 soll es viele öffentliche Führungen geben, sagt Anna Schüller über die Pläne des Vereins Geschichtswerkstatt Sachsenburg. "Außerdem unterstützen wir den Antrag der Stadt Frankenberg auf Gedenkstättenförderung." Dazu hoffen sie auf Unterstützung: "Wir wollen wissen, wie sich die Bürger die Gedenkstätte vorstellen", sagt sie. Dazu könne man in den Verein eintreten. "Es wäre auch schön, wenn der neue Stadtrat zu Gesprächsforen einlädt."

In der Stadt ist es laut, nicht nur wegen des Verkehrs. Überall wird an Wegen, Spiel- und Parkplätzen für die Landesgartenschau gebaut. Manche Einwohner sind skeptisch, erzählt mir eine Verkäuferin in einer Bäckerei. "Dass manch Spielplatz eingezäunt wird und ich mit meinem Kind nicht ohne Ticket hinkomme, ist frech", sagt sie. Dass viele Ecken ausgebessert werden, freut sie. An den neuen Stadtrat hat sie einen Wunsch: Haltet eure Versprechen. Elternbeiträge etwa wurden trotz Versprechen erhöht. "Dabei sind Kinder die Zukunft der Stadt", so die junge Frau. Am Ortsausgang treffe ich zwei Radfahrfans, die auch einen Wunsch haben, aber das ist eine Geschichte für morgen.

Telefonisch erreichen Sie Laura Kaiser unter der Nummer 0151 14817299. Die Tour können Sie unter www.facebook.com/stockundstein2 verfolgen.

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