Junger Reiher landet unfreiwillig im Strauch

Tier gerät in Not - Lauenhainer kommt dem Vogel zu Hilfe

Lauenhain.

Wenn es an der Zeit ist, im Kindergarten von den schönsten Ferienerlebnissen zu berichten, hat der fünfjährige Jonny aus Lauenhain allerhand zu erzählen. Denn einen Fischreiher streicheln, das kommt nicht alle Tage vor. Als der Junge gemeinsam mit seinem Vater lautes Geschrei vernahm und dann den abgestürzten Vogel in einem Brombeerstrauch entdeckte, wussten die beiden genau, was zu tun war: Opa holen! Ein guter Plan, denn Uwe Frank ist gelernter Tierpfleger.

Auch er hatte das Geschrei gehört, als er gerade mit seiner Frau Cordula beim Kaffeetrinken im Garten saß. Viel dabei gedacht hatten sich die beiden jedoch nicht. Immer wieder nisten Reiher auf einer Fichte in der Nähe des Grundstücks. Als Schwiegersohn und Enkelkind dem 60-Jährigen von der misslichen Lage des Reihers erzählten, zögerte er nicht lange. In kurzen Hosen und Badeschuhen eilte er dem Tier zur Hilfe. "Der Strauch war riesengroß", erzählt Frank. "Der Vogel hat verrücktgespielt und sich immer weiter darin verheddert."

Als Uwe Frank in den Busch stieg, geriet das Tier noch mehr in Panik: "Er wollte zuhacken. Aber ich habe schön sachte gemacht, ihn hochgenommen und die Flügel an seinen Körper gedrückt." So bugsierte er den jungen Vogel auf seine Gartenwiese, wo dieser erst einmal zur Ruhe kommen konnte. "Ich habe dann geschaut, ob er verletzt ist", berichtet Frank. Zwar fehlte es dem Reiher äußerlich an nichts, dennoch bewegte er sich nicht vom Fleck.

"Er war ganz ruhig", erinnert sich Uwe Frank, "und ließ sich sogar von den Kindern anfassen." Johnny und seine neunjährige Schwester Leonie seien begeistert gewesen: "Für die beiden war das eine richtige Sensation." Doch die Familie machte sich auch Sorgen, denn für die zahlreichen Füchse in der Gegend wäre der Reiher leichte Beute gewesen. Vor allem der kleine Jonny wachte über den Vogel: Etwa eine Stunde nach der Rettungsaktion kam er zu seinem Großvater gelaufen: "Opa, Opa, er ist wieder aufgestanden!"

Der zweite Flugversuch des jungen Fischreihers verlief glücklicher als der erste: Gemeinsam konnten Großvater und Enkel beobachten, wie das Tier abhob und in Richtung der Talsperre Kriebstein flog.

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