Kakao-Bohnen kommen mit Segelschiff

Fairer Handel, Zutaten aus biologischem Anbau, keine Zusatzstoffe - dafür steht die Schokoladenmanufaktur auf der Rochsburg. Jetzt hat sie in Sachen Ökologie einen weiteren Baustein hinzugefügt.

Rochsburg.

Bean to Bar heißt es bei der Schokoladenmanufaktur "Choco del Sol" auf der Rochsburg - von der Bohne bis zur Tafel. In Handarbeit wird in dem Familienbetrieb Schokolade hergestellt, auf ganz natürliche Weise. "In unsere Schokolade kommen keinerlei Zusatzstoffe", sagt Geschäftsführer Patrick Walter. In die Schlemmerei gehörten, bis auf wenige Ausnahmen, nur Kakao und Zucker. Dabei beginnen Walter und seine Frau Peggy mit der Herstellung tatsächlich bei den Bohnen. Dazu arbeiten sie mit einer kleinen Kooperative in Mittelamerika zusammen und bekommen die Bohnen direkt aus Belize - etwa vier Tonnen im Jahr. Zwei Tonnen sind jetzt statt mit einem großen Frachtverkehrs- mit einem kleineren Segelschiff geliefert worden.

"Unsere Schokolade besteht aus naturbelassenen Zutaten, die biologisch angebaut werden. Wir verwenden umweltfreundliche Verpackungen und handeln fair, beziehen keine Massenware sondern unsere Kakao-Bohnen direkt vom Erzeuger", erklärt Patrick Walter. Diesen nachhaltigen und ökologischen Weg wollen die Walters konsequent weitergehen und jetzt auch den Baustein Transport hinzufügen. "Mehr als 90 Prozent des globalen Welthandels läuft über Containerschiffe. Diese werden mit Schweröl betrieben, der Kohlenstoffdioxidausstoß ist immens. Das schadet der Natur und letztlich den Menschen", so Walter. Man habe nach einer Lösung gesucht, den Transport von Belize nach Deutschland umweltfreundlich zu gestalten und bei einer Firma mit dem Slogan "Wir segeln in die Zukunft" gefunden. Statt mit einem Containerschiff sind erst vor Kurzem zwei Tonnen Kakao-Bohnen erstmals per Segelschiff, mit einem Gaffelschoner, angekommen.


"Die Firma fährt die Route ein Mal im Jahr. Von Hamburg aus geht es über den Atlantik in die Karibik, unter anderem nach Belize, Mexiko und Kanada und dann über England zurück nach Hamburg", erklärt Patrick Walter. Diese Art des Transportes habe man nicht nur zum ersten Mal genutzt, sondern quasi auch unter Aufsicht. "Wir sind in Belize gewesen, als das Schiff dort einlief, haben gesehen, wie es beladen wurde und sind zwei Wochen lang mitgefahren, um uns anzuschauen, wie der Transport läuft" erzählt der 50-Jährige.

Er und seine Frau seien danach überzeugt gewesen, so nicht nur eine ökologisch bessere Transportmöglichkeit gefunden zu haben, sondern auch eine, die der Qualität der Kakao-Bohnen gut tut. "Auf einem riesigen Frachter spielt ein Container unter Tausenden keine Rolle. Auf dem Segelschiff hat die Crew eine ganz andere Beziehung zum Transportgut, die Leute fühlen sich persönlich verantwortlich für die Ladung", berichtet Walter.

Ihre 14-tägige Reise mit der Ladung Kakao-Bohnen auf dem Segelschiff haben sie dokumentieren lassen. Das Material wird derzeit zu einem Film verarbeitet. Zu sehen sein wird dieser zum ersten Mal auf dem diesjährigen Schokoladenfestival, gleich zu dessen Beginn am Freitag, dem 2. August. Mit dabei sein werden der Kapitän des Segelschiffes, Crew-Mitglieder und Mitarbeiter der Kooperative in Belize. "Wir sind die kleinste Schokoladenmanufaktur in Deutschland und wollen andere aus unserer Branche damit anregen, es uns nach zu tun. Denn wenn wir das packen, schaffen das auch andere", so Patrick Walter.

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