Kaninchen zeigen ihre besten Seiten

Unter Auflagen konnte die Chemnitztalschau in Stein stattfinden. Ein kleiner Züchter schaute sich dabei viel von den großen ab.

Stein.

"Wir sind froh, dass wir unsere 22. Ausstellung durchführen konnten. Lange hatten wir Bedenken, noch kurz vorher im Landratsamt nachgefragt, ob wir mit dem Aufbau der Käfige beginnen können", berichtete Marko Zeißler, Chef des Kleintierzüchtervereins Göritzhain/Stein und Umgebung. Insgesamt sind am Wochenende zur Steiner Chemnitztalschau 154 Zuchtkaninchen präsentiert worden, von zwei Preisrichtern bewertet. Diese konnten 40 Mal das Prädikat "vorzüglich" vergeben.

Möglich war die Schau unter Auflagen: "Im Eingangsbereich wurden Abstandsstreifen geklebt, Besucher hinterlegten ihre Daten, die Gänge zwischen den Käfigen waren 2,50 Meter breit, es standen Desinfektionsflaschen bereit und es wurde mehrfach gelüftet", erklärte Ausstellungsleiter Daniel Conarius. Auf die Bastelstraße für Kinder und den Malwettbewerb wurde verzichtet.

Zwölf Kaninchen stellte Familie Neumann aus Penig aus. Marc Neumann hat sich für die Rasse Perlfeh entschieden. Sein Sohn Tom wird im nächsten Jahr sechs Jahre alt und kann dann dem Kaninchenzüchterverein Penig beitreten. Ihm gehören bereits Tiere der Rasse Farbenzwerge blau. "Ich freue mich schon darauf, Jungzüchter zu werden und selber auszustellen", sagte der Fünfjährige, der sich neugierig in der Ausstellung umschaute. Sein Großvater Stefan Neumann züchtet Castor Rexe und stellte ebenfalls aus. "Leider kann unser heimischer Verein keine Schau durchführen, denn unsere Ausstellungshalle, das Freizeitzentrum Tauscha, hat geschlossen. Nächste Woche fahre ich zur Schau nach Ronneburg, dort gehöre ich zum Feh-Perlfeh-Lux-Club und stelle meine Tiere aus", berichtete indes Marc Neumann.

Ausstellerin Nadine Kleinert-Frötschl ist seit diesem Jahr Mitglied im Kleintierzüchterverein Göritzhain/Stein und Umgebung und lebt seit zehn Jahren in dem Königshain-Wiederauer Ortsteil. Die vierköpfige Familie bewohnt einen Bauernhof, wo sich neben ihren Kaninchen Blau Rexe, die Altenglischen Zwergkämpfer von Sohn Paul, deutsche Lachshühner von Ehemann Marco Frötschl und dessen seltene Wiltshire Horn Schafe sowie Katze, Hund und Wellensittiche wohlfühlen. "Ich hatte schon immer Interesse an Tieren und bin deswegen vor drei Jahren in Oberhain in den Verein eingetreten, vergangenes Jahr habe ich in den Steiner gewechselt", erzählte sie. Ihr Mann und ihr Sohn sind im Oberhainer Verein Mitglieder und züchten Geflügel. "Das gefiel mir nicht so, Kaninchen sind mir lieber", so die 37-Jährige. Bisher wurde sie bereits Kreismeister und Landesjungtiermeister mit ihren Zuchttieren. Durch die Geburt ihrer Tochter musste die Kaninchenzucht etwas hintenanstehen, dennoch freute sie sich über das Abschneiden ihrer acht Kaninchen. Ein Teil davon, die mit der besten Bewertung, möchte sie zur Kreisschau in Hartmannsdorf präsentieren.

Vereinsmeister der Chemnitztalschau wurde Mario Staroszyk. Den besten Rammler stellte Rolf Nitzsche aus und die beste Häsin kam von Marc Neumann.


"Schaus ohne Publikum"

Markus Ahnert ist Obmann für Ausstellungswesen des Kreisverbandes der Rassekaninchenzüchter Mittweida. So sieht er die derzeitige Lage.

Herr Ahnert, finden Sie es gut, dass trotz Corona Ausstellungen stattfinden?

Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Wenn keine Veranstaltungen stattfinden, wird das Vereinsleben eingeschränkt. Kleine Vereine leben davon, dass Besucher zu ihren Ausstellungen kommen. Sie haben Einnahmen durch Eintritt, Gastronomie und Tombola. Sie müssen aber auch abwägen, ob sich der Aufwand lohnt, wenn wenige Besucher kommen.

Wurden in dieser Saison schon viele Ausstellungen abgesagt?

Nein, es hält sich in Grenzen. Manche Vereine stellen nur intern aus. So wird die Kreisschau in Hartmannsdorf am 21. November ohne Publikum stattfinden.

In Erlau ist Anfang Januar die weit bekannte Rammlerschau geplant. Wird sie stattfinden?

Wir fahren auf Sicht und planen vorsichtig. Wir gehen davon aus, dass wir sie mit entsprechenden Auflagen durchführen können. Und wenn ein Stopp kommt, dann wird allen abgesagt. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. fun

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