Kind geht nicht zur Schule: Eltern müssen 1800 Euro zahlen

Darf der Nachwuchs selbst entscheiden, wie und was er lernt? Ja, sagt ein Ehepaar aus Erlau. Doch das Gericht sieht keine Chance auf Unterricht im Kinderzimmer. Denn in Deutschland gilt die Schulpflicht.

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1717 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    Zeitungss
    27.09.2020

    @tbauk...: Sie müssen sich nicht bedanken. Arbeiten Sie am Wortschatz, welcher hier verwendet wird. Es würde sich für SIE auch die passende Bezeichnung finden, worauf das ungebildete Volk allerdings verzichtet. Ausrutscher in diese Richtung sind aus der Vergangenheit schon bekannt und kam auch hier schon zur Sprache, wenn auch nicht von mir. Die bisher 5 Roten sind demnach auch nicht besser, gibt halt jeder was er kann.

  • 2
    3
    tbaukhage
    26.09.2020

    @Zeitungss: Danke, mehr Bestätigung geht kaum. :-)))

  • 4
    5
    Zeitungss
    26.09.2020

    @tbauk...: Immerhin haben Sie gleich begriffen um was es geht. Die Jugend über Verhaltensregeln aufklären, dürfte etwas merkwürdig vorkommen, wo Sie doch in diesem Punkt aus der untersten Schublade selbst nicht herauskommen. Hängen Sie den "Treffer ins Schwarze" an die Schulwandzeitung, die zu belehrenden Schüler haben sicherlich auch ihre Freude daran und es geht bekanntlich nichts über praxisbezogenen Unterricht. Natürlich gibt es für diese Umgangsform auch Begeisterung, wie hier zu sehen, der Einflussbereich ist glücklicherweise begrenzt.

  • 4
    1
    Jemand
    26.09.2020

    Bär53: "P.S. Wie sieht denn dann zum Beispiel der Sport- oder Musikunterricht in den eigenen vier Wänden aus ???"

    Nicht mal das. Auch diese Fächer sind wichtig. Ich wäre aber dafür, dass derartige Fächer (ich würde auch Kunsterziehung da mit einfügen) nicht mehr benotet werden.

    Sind es nicht hauptsächlich religiöse Fanatiker, die ihre Kinder mittels Homeoffice von der bösen, verdorbenen Umwelt und von aufklärerischem Unterricht (z. B. Sexualkunde, Evolutionslehre) abschotten wollen?

  • 3
    6
    tbaukhage
    25.09.2020

    @Zeitungss: Uhups, da hab' ich mit dem Dreibein wohl ins Schwarze getroffen...

  • 4
    18
    censor
    25.09.2020

    Freigeist, ich habe nirgends behauptet, dass Hausunterricht allgemeingültig und für alle sein soll.
    Wenn aber Eltern im Einzelfall diesen partout wollen und auch absichern können (zB, weil sie selbst Pädagogen sind) sollte es Ausnahmemöglichkeiten geben.

    Ich denke nur an die Kelly-Family. Keines der Kinder hat jemals eine Schule von innen gesehen, und was ist aus ihnen geworden? Sie hatten Eltern, die ihnen wesentlich mehr geboten haben als es jede Schule vermocht hätte.

  • 13
    6
    Gegs
    25.09.2020

    Ich bin Lehrerkind und finde, Schule muss sein. Wie man nach der langen Schließung der Schulen gesehen hat, gehen viele Schüler auch gern dahin, freuen sich auf den Unterricht und ihre Freunde. Aber es gibt auch Außenseiter, für die ist der tägliche Spießrutenlauf schlicht die Hölle. Für diese Kinder schadet eine andere Lösung nicht. Was in den letzten Monaten im Namen der Gesundheit möglich war, sollte doch auch zum Wohl eines einzelnen Kindes möglich sein.

  • 4
    13
    Zeitungss
    25.09.2020

    @tbauk....: Schöner Beitrag, an Umgangsformen haben Sie aus dem Elternhaus auch wenig mitbekommen oder sind es die Früchte der Lehrerausbildung? Warum das jetzt kommt, werden Sie mit Sicherheit wissen und einige Leser auch.

  • 12
    12
    Malleo
    25.09.2020

    Wie ist das bei den FFF Schülereltern?

  • 26
    2
    Freigeist14
    25.09.2020

    censor@ Sie können ja gern neue Wege bestreiten . Aber nicht zu Lasten schulpflichtiger Kinder,die in die Schule wollen und gehören .

  • 36
    1
    Bär53
    25.09.2020

    Ich halte von diesem Homeoffice für Schüler überhaupt nichts. Wenn ich an meine Schulzeit denke, wäre das für mich Horror gewesen, nicht, dass ich ein ungemütliches Elternhaus gehabt hätte, mir hätten alleine schon meine Schulkameraden gefehlt, mit denen ich mich allmorgendlich auf den Weg gemacht habe. Und gemeinsames Lernen mit Höhen und Tiefen und lustigen Einlagen im Klassenzimmer und auf dem Schulhof gehörten dazu. Darauf würde ich nicht verzichten wollen. Kinder, denen das alles versagt wird, tun mir ganz einfach leid und es wird ihnen sicher lebenslang etwas fehlen.
    P.S. Wie sieht denn dann zum Beispiel der Sport- oder Musikunterricht in den eigenen vier Wänden aus ???

  • 30
    2
    KTreppil
    25.09.2020

    @tbaukhage, so ist es und wenn die Schulpflicht aufgeweicht würde, würden Kinder, die schon daheim nix vermittelt bekommen, ganz auf der Strecke bleiben. Das trifft auf die Eltern in diesem Beitrag vielleicht gar nicht zu, dennoch ist ihre Einstellung nicht richtig.
    Ich hab beruflich viel mit Schulschwänzern bzw. -verweigerern zu tun, dabei ist es die Regel, dass die Eltern im Vorfeld wenig bis gar nichts entgegen gesetzt haben. Selten liegt es am Schüler alleine und auch Lehrer haben manchmal ihren Anteil daran. Zusammenarbeit Lehrer und Eltern ist leider selten und aber nicht immer sind nur die Eltern schuld. Gerade deshalb halte ich die Schulpflicht als letztes Druckmittel für ganz wichtig.

  • 42
    4
    tbaukhage
    25.09.2020

    Es wäre schon vielgewonnen, wenn Eltern kennen und befolgen würden, was in GG Art.6(29 steht.
    Vor einiger Zeit machte im Internet folgendes Plakat die Runde, es hat offensichtlich nichts von seiner Aktualität eingebüßt!

    ---Schnipp--
    Liebe Eltern,
    • Wir möchten Sie daran erinnern, dass Zauberworte wie "hallo", "bitte", "danke" und "es tut mir leid" zunächst einmal zu Hause erlernt werden sollten.
    • Ebenfalls zu Hause lernen Kinder ehrlich, pünktlich, fleißig und mitfühlend zu sein, sowie Älteren und Lehrern Respekt entgegen zu bringen.
    • Zu Hause lernen sie auch, sauber zu sein, nicht mit vollem Mund zu reden und Müll richtig zu entsorgen.
    • Hier in der Schule bringen wir ihnen wiederum Sprache, Mathe, Geschichte, Geographie, Physik, Naturwissenschaften und Sport bei. Wir unterstützen nur die Erziehung, die die Kinder zu Hause von ihren Eltern erhalten haben.
    --schnapp--

  • 56
    3
    pschrobback
    25.09.2020

    In der Schule werden nicht nur Lerninhalte vermittelt, sondern auch (wichtige!) soziale Kompetenzen. Die kann man zu Hause einfach nicht vermitteln. Die Kinder in der Klasse meines Sohnes müssen sich nach dem wochenlangen Homeschooling jetzt wieder zusammenfinden. Das ist, laut Aussage vom Klassenlehrer, einer der wichtigsten Punkte im Moment.

  • 65
    5
    KTreppil
    25.09.2020

    Kinder gehören in die Schule, schon allein, weil sie soziale Kompetenzen lernen müssen. Schulen wiederum, müssen es sich dick in den Lehrplan schreiben soziale Kompetenzen zu vermitteln, damit kein Kind ausgegrenzt wird und im großen und ganzen gerne hin geht. Freunde am lernen ist ein frommer Wunsch zum Schulanfang, dass ist nicht immer möglich. Dennoch sollte kein Kind zu Hause unterrichtet werden. Man sieht ja schon, wie ungünstig die Auswirkungen sein können, wenn keine Kita besucht wurde. Es gibt genügend Möglichkeiten in Deutschland, ein Kind auf eine Ersatzschule zu schicken. Das sollte als Alternative genutzt werden. Ich möchte den Eltern in diesem Fall nicht absprechen, dass sie persönlich in guter Absicht handeln, aber : Die Schulpflicht darf nicht aufgeweicht werden, denn dann bleiben auch Kinder aus ganz anderen Gründen der Bildung fern.

  • 18
    65
    censor
    25.09.2020

    Gerade in Coronazeiten wäre es schon eine Überlegung wert, die Schulpflicht neu zu ordnen. Man muss sie ja nicht aufweichen oder aussetzen - aber unter bestimmten Voraussetzungen sollte man Hausunterricht gestatten.

    Man kann ja die Kinder regelmäßigen Prüfungen unterziehen - auf dem Niveau der Klassenarbeiten, die im Präsenzunterricht auch geschrieben werden - sowie einer Art Jahresabschlusskontrolle, ob das Klassenziel des Schuljahres erreicht ist.

    Unser Schulwesen ist doch (in manchen Bundesländern mehr, in anderen weniger) inzwischen oft an einem Punkt angelangt, wo Schüler in der Schule fast gar nichts mehr lernen (Brennpunktschulen).

    Seinem Kind im Grundschulalter das beizubringen, was es für die weiterführenden Schulen wissen muss, würden sich wohl viele Eltern zu recht zutrauen.

    Es käme auf einen Pilotversuch an.

    Man geht doch heute so gerne überall neue Wege. Bei der Bildung offenbar nicht, denn dort will der Staat die "Lufthoheit über den Schulbänken" unbedingt behalten.
    Hausunterricht wäre da wohl zu "individuell".

  • 60
    6
    Lexisdark
    25.09.2020

    Und zu Hause werden die Kinder zu wohlbehüteten Intelligenzbolzen. Wenn man in einer Schule Probleme mit Lehrern, Schülern oder der Schule an sich hat und deswegen zu Hause bleibt, kann das dich auch gut sein. Weglaufen vor Problemen löst diese nicht. Wie sieht das mit neutraler Benotung aus? Wer kontrolliert, was das Kind lernt und wie oft die Eltern helfen? Eltern sind in der Hinsicht auch nicht unbefangen, was macht der Nachwuchs, wenn er alleine klar kommen muss?
    Schulpflicht ist richtig und wichtig, aber die Bildung ist ausbaufähig.