Kinder gestalten ihre Schulfassade bunt

An der Grundschule Langenleuba-Oberhain ist ein ganz besonderes Kunstprojekt gestartet worden. Für ein Wandbild sind pfiffige Ideen der Viertklässler gefragt.

Langenleuba-Oberhain.

Cool, Hase, Wow, Sonne, Kids - Kunstlehrerin Manuela Wagner hat mit ihren Viertklässlern bereits kreative Vorarbeit geleistet. Die Kinder sollten nach Wörtern suchen, die sie gern in einem großen Wandbild an der Fassade ihrer Grundschule wiederfinden möchten. Dach und Außenhaut der Langenleuba-Oberhainer Bildungsstätte werden zurzeit saniert. Das künftige acht mal vier Meter große Wandbild soll zu Beginn des neuen Schuljahres einen Teil der neugestalteten Fassade farbenfroh in Szene setzen. Am gestrigen Donnerstag wurde im Schulgelände schon mal mit Spraydosen geübt.

"Wie das Bild mal aussehen soll, ist noch völlig offen. Wir erarbeiten es mit den Kindern gemeinsam", sagte Künstler Guido Günther von der Chemnitzer Kreativagentur "Rebel Art", der den Schulfassadenteil gestalten wird. Das Thema ist klar, es lautet: "Mein Platz zum Wachsen". Während des Workshops am Donnerstag bekam der Künstler im Beisein von Penigs Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) und des Europaabgeordneten Peter Jahr (CDU) offiziell vom Geschäftsführer des Sächsischen Landeskuratoriums Ländlicher Raum, Peter Neunert, dafür den Auftrag überreicht.


"Im ländlichen Raum ist Kunst nicht in dem Maße vertreten wie in den Städten", sagte Neunert. Doch mit dem Kunstwerk an der Schule soll sich dies ändern. Innerhalb eines vom sächsischen Umweltministerium ausgelobten Wettbewerbs hatte neben 14 Gemeinden auch das Landeskuratorium Geld für künstlerische Projekte bekommen. Eines davon soll nun an der Langenleuba-Oberhainer Schule umgesetzt werden.

Damit es gelingt, hat Künstler-Kollegin Melanie Straube am Donnerstag während des Workshops mit den Viertklässlern künstlerisch gearbeitet und ihnen einige Kniffe gezeigt. Mit Spraydosen, Abdeckkappen und Zeitungen entstanden auf Papier sehr beachtliche kleine Kunstwerke. Auch EU-Abgeordneter Peter Jahr, der sich wegen der Sprühfarbe vorausschauend eine Ersatzjacke mitgebracht hatte, betätigte sich als Sprayer an einer Übungswand aus Klarsichtfolie. "Ich finde es gut, wenn wir Europa heute mal farbig machen", sagte der 60-Jährige und gestand ein: "In Zeichnen hatte ich früher immer Note 3 bis 5." So schlecht fanden die jungen Künstler, die sich selbst mit ihren Namen auf der Folie verewigten, die künstlerischen Ergüsse des Europapolitikers dann auch wieder nicht. Um mehr über seine Arbeit in Brüssel zu erfahren, hatten ihn die Schüler anschließend noch ins Klassenzimmer eingeladen, wo er die Fragen der Kinder beantwortete. Auf jeden Fall wird sich Kunst-Lehrerin Manuela Wagner mit ihren Schützlingen noch weiter mit dem Schulkunstwerk befassen und kreativ sein. "Wir haben angefangen, uns mit Graffiti zu beschäftigen. Es gibt bereits sehr viele gute Ideen für das Bild", sagte sie.

Das Kunstwerk an der Schulfassade selbst werde nicht als Graffiti per Spraydose entstehen. "Sondern mit Pinsel und Fassadenfarbe", verriet Guido Günther. Die Kinder lieferten zwar die Ideen. Auf dem Gerüst, das wegen der anstehenden Schulsanierung bereits steht, stünden dann aber lediglich er und noch ein Kollege. Wurden im vergangenen Jahr die Heizungsanlage erneuert und Klassenzimmer renoviert, so steht der Bildungsstätte nun eine weitere Sanierungsetappe bevor. Neben den bis Herbst dauernden Dach- und Fassadenarbeiten sind auch Trockenlegungsarbeiten vorgesehen. 440.000 Euro stellt die Stadt Penig dafür bereit. Der Freistaat schießt 319.000 Euro zu.


Bild als Wettbewerbsprojekt

Das sächsische Umweltministerium hatte 2018 den "simul+ Wettbewerb - Ideen für den ländlichen Raum" ausgelobt. 334 Beiträge wurden von Vereinen, Unternehmen, privaten Akteuren und den Kommunen eingereicht. 14 Gemeinden und das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum erhielten Prämien. In der Kategorie "Kunst, Kultur, Identität auf dem Land" gewann das Landeskuratorium mit seinem Wettbewerbsbeitrag "Blickpunkte - Kunst im ländlichen Raum". Die künstlerischen Arbeiten - eine davon entsteht als Wandbild an der Grundschule Langenleuba-Oberhain - sollen zum Nachdenken über Werte, Lebenseinstellungen und soziale Beziehungen anregen. (ule)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...