Kinder starten Spendenaktion für Pflegeheim

Um älteren Menschen eine Freude zu machen, haben Schülerinnen aus Lunzenau Selbstgebasteltes verkauft.

Lunzenau.

Armbänder, Anhänger, bunte Gegenstände aus Modelliermasse - kreativ zu sein, das liegt den vier Mädchen aus der Lunzenauer Randsiedlung. Die Schwestern Jessica (10) und Rebecca (8) Putzschke haben mit ihren Freundinnen Ronja (11) und Paula (9) Zehle eine Palette kleiner Kunstwerke erschaffen.

Alles begann mit kleinen Schmetterlingen aus Draht und Perlen, die die Mädchen gemeinsam an Hortnachmittagen bastelten. Doch was machen die jungen Produzentinnen mit ihren Stücken? Eltern und Familienmitglieder beschenken? Die waren bald alle versorgt. Die Mädchen beschlossen, ihre Werke zu verkaufen. Allerdings ganz ohne Eigennutz, erklärt Ronja. "Dafür hätten wir vielleicht auch gar kein Geld bekommen", sagt die Elfjährige.

Die Idee einer Spendenaktion war geboren. "Erst haben wir überlegt, ob wir Geld für Kinder sammeln. Aber dann dachten wir, ältere Menschen brauchen auch eine kleine Freude", fügt die neunjährige Paula hinzu. Den entscheidenden Tipp gab eine Nachbarin, die für den Pflegedienst von Petra Graichen arbeitet. Das Geld könnte an das "Seniorenhaus Muldental" in Lunzenau gehen.

Von der Idee überzeugt, zogen die Mädchen mit ihren kleinen Kunstwerken in der Randsiedlung und im angrenzenden Schlaisdorf von Tür zu Tür. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: 50,20 Euro haben die Mädchen eingenommen. "Wir haben für unsere selbst gebastelten Sachen keine Preise festgelegt. Jeder sollte das geben, was er geben möchte", erklärt Ronja. Manchmal sind es Cent-Beträge gewesen, manchmal gaben die Leute auch einen Zehn-Euro-Schein, erzählen die Mädchen.

Nun haben die Schülerinnen ihre Spende im Pflegeheim übergeben - und Pflegeheimleiterin Irina Ebert damit fast sprachlos gemacht. "Seit 34 Jahren arbeite ich jetzt in der Altenpflege, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich finde es ganz spektakulär, was die Kinder gemacht haben", erklärt die 52-Jährige. Geldspenden seien in der Pflegeeinrichtung grundsätzlich selten. "Im Frühjahr haben wir von einem körperlich behinderten Lunzenauer einen Osterstrauß gebastelt bekommen, das hat uns ebenfalls schon sehr gerührt."

Aber auch solche Aufmerksamkeiten sind die Ausnahme, sagt Geschäftsführerin Petra Graichen. Gemeinsam mit den 36 Bewohnern der Einrichtung wolle das Personal nun beraten, was mit dem Spendengeld passieren soll. Jessica, Rebecca, Ronja und Paula haben dafür jedenfalls schon Vorschläge parat. "Die Pflegekräfte könnten zum Beispiel für die Bewohner eine besonders schöne Torte kaufen und ihnen damit eine Freude machen", findet Paula. Weitere Aktionen haben die vier Mädchen vorerst nicht geplant. "Obwohl der Spendenbetrag höher hätte sein können, sagt Ronja. "Wir hatten auf 100 Euro gehofft. Denn so eine Pflegeheimausstattung kostet sicher auch viel Geld."

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