Kirche dankt Segensbringern mit besonderer Gabe

Zum 62. Mal hat die Aktion Dreikönigssingen stattgefunden. Teilnehmer haben sich am Sonntag in Wechselburg getroffen. Dort wartete eine Überraschung auf sie.

Wechselburg.

Etwa 40 Sternsinger aus dem Raum Wechselburg, Rochlitz und Burgstädt haben an der diesjährigen Aktion teilgenommen. Verkleidet als die Heiligen Drei Könige, sind sie am Samstag von Haus zu Haus gezogen, haben gesungen und den den Spruch C+M+B 2020 mit Kreide an die Türen gemalt. C+M+B steht für das lateinische "Christus mansionem benedicat" - Christus segne dieses Haus. Zugleich haben sie Geld für wohltätige Zwecke gesammelt.

"Wie viel insgesamt zusammengekommen ist, müssen wir erst auszählen. Ich denke, Ende der Woche wissen wir es", sagte Sabine Bley, Gemeindereferentin der katholischen Kirche "Heilig Kreuz". Sie war es auch, die die Idee hatte, den Sternsingern für ihr Engagement zu danken. Am gestrigen Sonntag, als diese sich in der Wechselburger Basilika zum Gottesdienst, gemeinsamen Singen und einem Dankessen trafen, gab es eine Überraschung: Jeder erhielt eine eigens gestaltete Tasse, auf der zusätzlich zum Sternsinger-Logo der Schriftzug Kirchgemeinde "Heilig Kreuz" abgebildet ist.

Das Motto der diesjährigen Aktion ist "Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit". Nach dem Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 gelingt in dem kleinen Land im Nahen Osten ein weitgehend demokratisches und friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Konfessionen, heißt es vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger". Doch der gesellschaftliche Friede stehe vor großen Herausforderungen, denn das Zusammenleben sei nach wie vor von Ressentiments geprägt. Zudem habe der Libanon seit dem Ausbruch des Kriegs im Nachbarland Syrien rund 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Diese machten nun etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Die Bildungs- und Gesundheitsstrukturen des Landes reichten nicht aus, um den Bedürfnissen der Geflüchteten gerecht zu werden. Die anhaltende Wirtschaftskrise habe die Situation noch einmal verschärft: Massenproteste, Regierungskrise und Repressalien gegen Flüchtlinge prägen die Lage im Libanon, heißt es weiter.

Die Projektpartner der Sternsinger arbeiten vor diesem Hintergrund mit einheimischen Kindern und Kindern aus Flüchtlingsfamilien. Ziel ist es, Frieden und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion im Libanon zu fördern.


Sternsinger sind immaterielles Kulturerbe

Träger der Aktion: Gemeinsam verantworten das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die bundesweite Aktion Dreikönigssingen.

Historie: Die erste Aktion Dreikönigssingen wurde 1959 organisiert. 2004 wurden die Sternsinger in Münster mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet. 2015 erfolgte die Aufnahme des "Sternsingens" in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.

Zahlen: Sammelergebnis 2019: 50.235.623,62 Euro;

Sternsinger bundesweit 2019: rund 300.000;

beteiligte Gemeinden und Einrichtungen 2019: 10.226;

geförderte Projekte 2018: 1304 Projekte in 102 Ländern

Gesamtergebnis seit 1959: rund 1,14 Milliarden Euro;

geförderte Projekte seit 1959: mehr als 74.400

Termine: Montag, 6. Januar: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt in Berlin 40 Sternsinger aus dem Bistum Passau; Dienstag, 7. Januar: Kanzlerin Angela Merkel empfängt in Berlin 108 Sternsinger aus allen 27 deutschen Diözesen; Mittwoch, 8. Januar: EU-Vizepräsident Rainer Wieland empfängt Sternsinger aus europäischen Ländern im Europaparlament in Brüssel. (fp)

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