Kohrener Landmolkerei meldet Insolvenz an

Das Unternehmen im Gewerbegebiet Penig- Tauscha ist aktuell unter Fremdverwaltung. Wie es mit der Firma in Zukunft weitergeht, bleibt vorerst unklar.

Penig.

Das Amtsgericht Chemnitz hat am Donnerstagnachmittag bei der Kohrener Landmolkerei das Insolvenzverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Thomas Jacobs aus Chemnitz, der für das Verfahren zuständig ist, hat sich am Freitag im Unternehmen am Peniger Waldorfweg umgeschaut, hat Einsicht in Bücher und Geschäftspapiere genommen. Er und auch Vertreter der Geschäftsleitung waren auf Anfrage der "Freien Presse" aber nicht zu sprechen.

Für die Stadt Penig ist die Firmenpleite ein herber Schlag. Für rund 18 Millionen Euro war die Molkerei gebaut worden. Anfang 2014 nahm sie mit 30 Mitarbeitern ihre Produktion auf. "Es ist eine sympathische Marke, und es wäre bitter, wenn dieses Unternehmen den Bach runtergehen würde", sagt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Vor allem gehe es um wichtige Arbeitsplätze. "Die Beschäftigten kommen aus der Region, haben kurze Arbeitswege. Wir hoffen, dass der Insolvenzverwalter, der mit Investoren und den Gesellschaftern im Gespräch ist, eine Lösung findet", so die Stadtsprecherin. Es gehe um eine ortsnahe Vermarktung der von regionalen Bauern erzeugten Milch. "Auch wir als Stadt waren mit potenziellen Investoren im Gespräch und haben unsere Unterstützung angeboten."

Die Kohrener Landmolkerei, die zudem drei Milchläden in Penig, Frohburg und Tarthun im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt betreibt, stellt neben verschiedenen Milcharten auch Joghurt, Milchmischgetränke und Spezialprodukte her.

Wie der Betrieb auf seiner Homepage informiert, sei die Idee für den Bau der Molkerei durch einen Zusammenschluss von führenden landwirtschaftlichen Betrieben aus Sachsen und Sachsen-Anhalt mit eigenem Ackerbau und eigenen Milchkühen entstanden.

Für Aufsehen sorgte die Kohrener Landmolkerei mit ihrer Heumilch - einer Neuheit in Mitteldeutschland. "Hierfür werden die Kühe im Sommer mit frischem Gras und im Winter mit sonnengereiftem Heu gefüttert", erklärt das Unternehmen.

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