Kriebstein hält an höherer Grundsteuer fest

Die Kriebsteiner haben viele Wünsche. Einige könnten sich erfüllen. Doch so mancher muss dafür selbst tiefer in die Tasche greifen.

Kriebstein.

Ein Anbau an die Kindertagesstätte in Grünlichtenberg, der Umbau der Bauernstube in Erlebach und weitere Projekte von der Liste mit Vorhaben, auf die Bürger und Gemeinderäte drängen, müssen für die Kriebsteiner nicht Zukunftsmusik bleiben. Das geht aus dem Entwurf des Haushaltsplanes für 2019 hervor, den Kämmerer Wolfgang Hein vorgelegt hat.

In der Gemeinderatssitzung am 25. Februar soll das Zahlenwerk diskutiert und beschlossen werden. Zum Entwurf sagte der Kämmerer, der Haushalt sei trotz großer Investitionsmaßnahmen ausgeglichen. Falls das Gremium den Vorschlägen zustimmt und alle Projekte angehen will, muss die Kommune bereit sein, ans Eingemachte zu gehen.

Mehr als 1,2 Millionen Euro aus der Rücklage, dem Sparstrumpf der Gemeinde, würden gebraucht, wenn alle Vorhaben aus dem Entwurf realisiert werden, so Hein auf Nachfrage der "Freien Presse". Der Startschuss falle für die Maßnahmen aber erst, wenn die dafür beantragten Fördermittel bewilligt sind.

Aus dem Zahlenwerk geht hervor, dass die Kommune in diesem Jahr mit rund 4,5 Millionen Euro Einnahmen rechnet. Die Posten auf der Ausgabenseite summieren sich auf fast 5,8 Millionen Euro. Die Differenz kann laut Hein aus Geldbeständen und Guthaben ausgeglichen werden. Wie Bürgermeisterin Maria Euchler sagte, ist 2017 und voraussichtlich auch 2018 jeweils ein Überschuss in der Kasse geblieben.

Eine wichtige Einnahmequelle für den Gemeindehaushalt sind die Steuern. Während die Gemeinde auf ihre Anteile aus der Einkommens- und Umsatzsteuer keinen Einfluss hat, bestimmt sie Einnahmen aus der Gewerbe- und Grundsteuer selbst mit. 2019 sind folgende Hebesätze vorgesehen: für die Gewerbesteuer unverändert 390 Prozent, für die Grundsteuer A 310 Prozent. Der Hebesatz für die Grundsteuer B, die Eigentümer von Wohnhäusern und Grundstücken zahlen, soll gegenüber dem Vorjahr steigen. Er soll bei 450 Prozent liegen. Ob die höhere Grundsteuer B im ersten Halbjahr fällig wird, hängt davon ab, ob der Haushalt bis 30. Juni Rechtskraft erlangt. Im Planentwurf geht der Kämmerer davon aus, dass die Gewerbesteuer rund 930.000 Euro einbringen wird. Aus der Grundsteuer B rechnet die Verwaltung mit knapp 350.000 Euro Einnahmen, aus der Grundsteuer A mit fast 41.000 Euro.

Größtes Vorhaben soll der Anbau an die Kita in Grünlichtenberg für rund 500.000 Euro sein. Gebaut werden könne aber nur, wenn es dafür 450.000 Euro Zuschuss gibt. Geld soll auch in die Bauernstube in Erlebach fließen. Auch der Neubau einer Brücke an der Unteren Dorfstraße in Grünlichtenberg steht im Plan.

Für die Brücke sind laut Hein rund 152.000 Euro veranschlagt, für den Umbau der Bauernstube sowie den Abriss eines Nachbargebäudes und Arbeiten an den Außenanlagen 180.000 Euro. Gemeinderätin Andrea Röder-Reglich wies darauf hin, dass der Umbau der Bauernstube schon mehrmals im Plan stand, aber immer verschoben wurde. "Für die Bürger ist es ein Ärgernis, wenn nichts geschieht", betonte sie.

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