Kultur zieht im Kuhstall ein

In Niedersteinbach gibt es jetzt einen Treffpunkt unterm Kreuzgewölbe. Kunst und Kuchen bietet Kathrin Leberecht auf ihrem Bauernhof an.

Niedersteinbach.

In dem ehemaligen, lange leerstehenden Kuhstall auf dem Bauernhof der Familie Leberecht ist Leben eingezogen. Am 4. Oktober findet hier die erste öffentliche Kulturveranstaltung mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen statt. Der Rochlitzer Bernd Birbils wird mit seiner Gitarre auftreten. Die Gäste, die von Hobbybäckerin und Initiatorin Kathrin Leberecht begrüßt werden, erwartet ein gemütlicher Raum mit Kreuzgewölbedecke.

Schon in Kindheitstagen verbrachte sie viel Zeit in den Nebengelassen des Bauernhofes - am liebsten im Kuhstall, der damals schon ein Abstellraum war. "Ich habe meiner Großmutter gern beim Kuchenbacken geholfen", berichtet Kathrin Leberecht. Bäckerin wurde sie allerdings nicht, sondern Vermessungsingenieurin.

Später hatte sie die Idee, den alten Kuhstall als Partyraum einzurichten. "Und als alles hergerichtet war, sah ich im Geist schon den Raum, in dem ich Kultur mit Leckereien verbinden würde", erzählt die Niedersteinbacherin. Auch ihren Mann konnte sie davon überzeugen. So entstand ein Treffpunkt unterm Kreuzgewölbe, in dem sich künftig Künstler die Klinke in die Hand geben sollen. Einmal monatlich will die dreifache Mutter solch ein Event im Kulturgewölbe am Steinbach "Kalé" anbieten. Dabei steht "Kalé" für ihren Namen und für "Kultur auf'm Land erleben".

Alte Traditionen zu bewahren, liege ihr am Herzen, wie Kathrin Leberecht betont. Dazu würde auch die Kuchenbäckerei auf großen Blechen gehören. Spät abends würde der Kuchen serviert und gegessen. "Das war so Sitte bei Feierlichkeiten meiner Großeltern und Eltern. Und so wird es bei unseren Veranstaltungen sein", berichtet die 46-Jährige. "Ich möchte hier einen geselligen Abend in kleiner Runde anbieten, wo die Gäste die Künstler hautnah erleben können und nicht extra in die Großstadt fahren müssen", begründet Kathrin Leberecht ihre Idee.

Überrascht war sie, dass viele verschiedene Künstler zugesagt haben, die sie angesprochen oder angeschrieben hatte. "Manche sagten spontan zu, weil sie nicht nur auf großen Bühnen stehen wollen, sondern sich auch einer Wohnzimmeratmosphäre wohlfühlen", berichtet die Organisatorin.

Die Hygieneauflagen aufgrund der Coronapandemie hatten erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun aber, da sich die Lage entspannt hat und ein genehmigtes Hygienekonzept vorliegt, geht es mit reduzierter Besucherzahl los. Allerdings müssen die Plätze im Voraus reserviert werden.

Veranstaltungen: 10. Oktober, 19 Uhr, Lesung mit Landolf Scherzer; 7. November, 19 Uhr, spielt Max Sohre aus Penig auf dem Klavier; 5. Dezember Lesung mit Antje Babendererde zu ihrem aktuellen Roman "Schneetänzer". Anmeldung sind per E-Mail: kontakt@kale-am-steinbach.de notwendig.

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