Kultursommer bleibt auf dem "Holzweg"

Rund um das Talsperrenfest in Kriebstein wird es im Sommer eine neue Auflage der "Kunst am Wasser" geben. Die Jury hat nun in Hainichen die Siegerentwürfe vorgestellt.

Hainichen/Kriebstein.

Für den Kunstwanderweg rund um die Talsperre Kriebstein sollen im Juli drei neue Objekte entstehen. Die Jury hat nun entschieden, wer sich dort passend zum Thema "KunstRäume" verewigen darf. Neben den bereits bekannten Gesichtern wie Katja Jaroschewski und Urban Stark ist mit Jiang Bian-Harbot ein neues hinzugekommen. Die studierte Bildhauerin wurde 1976 in China geboren und lebt seit einigen Jahren in Pegau als freischaffende Künstlerin.

Seit 2001 hat das Symposium "Kunst am Wasser" an der Talsperre einen festen Platz im Veranstaltungsplan des Mittelsächsischen Kultursommers (Miskus). Der Wasserzweckverband Hainichen, der Zweckverband Kriebsteintalsperre und die Gemeinde Kriebstein sind die Partner, mit denen der Miskus die Kunstaktion längst etabliert hat. So entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Kunstwerke zu unterschiedlichsten Themen, die nun den Kunstwanderweg um das Gewässer herum bilden. Aktuell findet man dort etwa 50 Objekte. Einige Figuren der Anfangsjahre sind inzwischen zu stark verwittert und mussten deshalb abgebaut werden.


Abwechslung ist am Stausee wieder garantiert, wenn im Bereich des Hotels in Höfchen die "Kunst am Wasser" ihre 19. Auflage erlebt. Während der neuen "Bauzeit" sind Besucher vom 24. bis 28. Juli täglich eingeladen, den Holzbildhauern über die Schulter zu schauen. Gearbeitet wird wie im Vorjahr im Uferbereich der Bootsanlegestelle in Höfchen. Insgesamt 25 Künstler hatten Bewerbungen eingereicht, acht mehr als im vergangenen Jahr.

"Es sind viele gute Bekannte, aber auch etliche neue Namen", erklärte Miskus-Geschäftsführer Jörn Hänsel. Bewerbungen habe es aus ganz Deutschland gegeben, was er mit der Ausschreibung in der landesweiten Künstlerzeitung "Atelier" begründet. Wichtige Kriterien bei der Auswahl der Bewerber seien die Standfestigkeit und Robustheit ihrer Objekte sowie die Gestaltung passend zum Thema.

Alle drei ausgewählten Künstler erhalten jeweils 700 Euro "Antrittsgeld", von dem auch das Material bezahlt werden muss. Ausgelobt sind weiterhin 500 Euro Preisgeld, über dessen Verteilung aber erst abschließend beraten werde. Der freiberuflicher Holzbildhauer Enrico Kletke aus Mittweida wird erneut die Leitung des Symposiums übernehmen.

Für internationales Flair sorgt wieder der Belgier Urban Stark, der nun zum dritten Mal in Folge dabei sein wird. Sein geplantes Objekt "KunsTRaum" ist eine Gitarre, die sich öffnen lässt und in die man sich hineinsetzen kann. Thomas Caro, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre, kann sich dieses Instrument später gut im Bereich der Seebühne vorstellen. Katja Jaroschewski aus Halle will passend zum Bauhaus-Jahr mit "Dreieck - Quadrat - Kreis" agieren. Hinter den geometrischen Figuren verbergen sich zwei Bauklötzchen-Tiere, 1,60 Meter und 95 Zentimeter hoch. Jiang Bian-Harbot überzeugte die Jury mit einem Pfau, der an eine Origami-Arbeit erinnert.

Parallel zur Holzkunst wird erneut ein Singer-Songwriter-Sommercamp stattfinden. "Die musikalische Neuerung, die 2018 erstmals stattfand und parallel zum Symposium durchgeführt wurde, erwies sich als großer Erfolg und wird daher wieder integriert", so Hänsel. "In den jeweiligen Arbeitsprozessen sollen sich Holzbildhauer und Musiker gegenseitig inspirieren und kreativ beeinflussen." Wieder mit dabei ist der Musikverlag "Oh, my music!" aus Dresden. "Fünf bis sieben junge Talente werden mit den Profis neue Lieder erarbeiten", erklärte Hänsel. Ein Startplatz soll am nächsten Wochenende zur Miskus-Talentshow in Lichtenau vergeben werden. Aufhorchen lassen wollen die Songcamp-Talente mit einem Konzert am Abend des 27. Juli in Höfchen.

Kunst am Wasser mit Singer-Songwriter-Camp in Höfchen unterhalb des Hotels Kriebsteinsee am Bootsanleger, Moritzfelder Straße 1a, vom 24. bis 28. Juli täglich 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt.

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