Kuscheliges, Herzhaftes und Süßes von nebenan

Zum fünften Mal hat der Rochsburger Landmarkt gezeigt, wie nah das Gute liegt. Händler und Gäste konnten Kontakte knüpfen - je mehr, desto besser, meint der Schlossherr.

Rochsburg.

Etwa 500 Besucher hat der Landmarkt am Samstag auf Schloss Rochsburg gezogen. Im Wirtschaftshof hatten Händler aus der Region ihre Ware feil geboten. "Ich bin zufrieden mit der Resonanz. Damit liegt die Gästezahl etwas höher als in den vergangenen Jahren. Man kann das ohnehin nur schätzen, weil wir keinen Eintritt verlangen", sagte Schlossherr Andreas Quermann am gestrigen Sonntag. Dabei komme es gar nicht so sehr auf den einen Tag an, an dem man regionale Produkte entdecken und kaufen kann. "Wichtiger ist, dass die Gäste mit den Händlern ins Gespräch kommen und weiterhin in Verbindung bleiben, also regional einkaufen", so Quermann.

Nicht umsonst habe der nunmehr fünfte Landmarkt wieder auf dem Wirtschaftshof des Schlosses stattgefunden. "Das ist der Ort, wo im Mittelalter und der Renaissance Pferde gehalten und Güter wie beispielsweise Getreide gelagert wurden", sagt Quermann. Denn in früheren Zeiten habe man Regionalität tagtäglich gelebt. Man aß das, was der eigene Grund und Boden hergab und verwertete die Produkte der Tiere, zum Beispiel die Wolle. So habe es unter anderem auf den Ländereien, die zum Schloss gehörten, Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Merino-Schaft-Zuchten jener Zeit gegeben. "Graf Heinrich Ernst der II. von Schönburg-Rochsburg habe sie nicht nur erfolgreich betrieben, sondern auch über sie publiziert. Textilgewerbe und Färbereien der Region hätten die Wolle, die auch exportiert worden sei, weiterverarbeitet.

"Heute sind sich viele von uns leider nicht einmal mehr der Herkunft der Nahrungsmittel, die sie essen, bewusst", so Quermann. Zum bundesweiten "Tag der Regionen", der unter dem Motto "Weil Heimat lebendig ist" stand , habe man deshalb wieder den Landmarkt veranstaltet. Von Wollprodukten über Kräuter bis hin zu Honig, Säften, Ölen und Brotaufstrichen reichte das Spektrum.

Es gab einen Grillstand, an dem Fleisch aus regionaler Produktion verarbeitet wurde. Die Kinder konnten den Heimatgedanke beim Basteln umsetzen. "Sie haben Futterglocken hergestellt, um heimische Vögel in der kalten Jahreszeit versorgen zu können", sagte Quermann. Verwendet wurden dafür ausgediente Blumentöpfe. "So, wie früher auch alles wieder- und weiterverwertet wurde", erklärt der Schlossherr, der den Markt bei Bedarf gern auch erweitern würde. "Je mehr Gäste kommen, desto mehr Händler können wird einladen".

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