Landrat: "Extreme Positionen verhindern"

WAHLEN 2019: Damm ruft zur Stimmabgabe am 26. Mai auf

Rochlitz.

Am 26. Mai können rund 258.000 Mittelsachsen ihre Stimmen für die künftige Zusammensetzung des Europaparlamentes, des Kreistages sowie der Gemeinde- und Stadträte und gegebenenfalls der Ortschaftsräte abgeben. Daran dass möglichst viele ihre Stimmen abgeben, appelliert Landrat Matthias Damm (CDU) vor dem Wahlsonntag. Nur so sei das Wahlergebnis auch repräsentativ und widerspiegele den Mehrheitswillen. "Dafür müssen wir wählen gehen", sagte der Verwaltungschef am Montag vor Journalisten.

Wählen zu gehen, empfinde der Mittweidaer als Bürgerpflicht und Selbstverständlichkeit. Damm erinnerte an die Hoffnung in DDR-Zeiten, dass die Menschen endlich frei wählen können: "Nach der Wende gab es tatsächlich eine Wahlbeteiligung von 85 Prozent, bei späteren Wahlen ist sie leider stark gesunken."

Torsten Kleditzsch

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Zum Vergleich: Bei der Wahl 2015, in deren Ergebnis Matthias Damm Behördenchef der Kreisverwaltung wurde, gaben 42,04 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme ab. Bei der Landtagswahl 2014 ging nur jeder zweite Wähler aus Mittelsachsen zur Wahl, bei den Kreistagswahlen 2014 waren es 51,45 Prozent der wahlberechtigten Bewohner des Landkreises.

Landrat Matthias Damm warb auch für die Möglichkeit der Briefwahl und unterstrich, es sei wichtig, das Bewusstsein der Menschen dafür zu schärfen, dass extremistische Positionen in Parlamenten auf dem Weg von Wahlen zu verhindern seien: Die NPD erzielte bei den Landtagswahlen 2004in Sachsen ein Ergebnis von 9,2 Prozent bei 59,6 Prozent Wahlbeteiligung, nannte Dammein Beispiel und stellte in den Raum, bei einer höheren Wahlbeteiligung hätte im Ergebnis die rechtsextreme Partei schlechter abgeschnitten, weil die NPD ihre eigenen Anhänger auf jeden Fall mobilisiert habe.

Als positiv wertete der Behördenchef die große Zahl von Bewerbern für die Kreistagswahlwahl in den 14 mittelsächsischen Wahlkreisen: Insgesamt gebe es 540 zugelassene Bewerber - der jüngste ist 18 Jahre alt, der älteste 86. Das sind 45 Kandidaten mehr als bei dem Urnengang vor fünf Jahren. Mit 123 Personen die meisten Kandidaten haben die Freien Wähler. Die CDU stellt 97, Die Linke 46, SPD 81, FDP 42, AfD 40, Grüne 62, NPD 14, Regionalbauernverband 35. Jeder fünfte Kandidat ist eine Frau. (grit/kok)

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