Abo
Sie haben kein
gültiges Abo.
Schließen

Laser: Erlauer greifen mit kleiner Maschine nach großem Preis

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Vom Tablettenhersteller bis zur Raffinerie: Optogon fertigt für verschiedene Branchen. Nun will die Firma mit dem Design eines Modells überzeugen.

Erlau.

Sie ist die kleinste ihrer Art bei Optogon in Erlau - die Laserbearbeitungsmaschine der Serie S. Doch vielleicht hat sie das Potenzial, groß herauszukommen, zumindest was ihre Gestaltung betrifft. Denn mit diesem Merkmal greift Mirko Jedynak, geschäftsführender Gesellschafter der Optogon Deutsche Industrielaser GmbH, nach dem Sächsischen Staatspreis für Design. Der Ingenieur hat die Maschine in der Kategorie Produktdesign im Industriegüter-Bereich eingereicht. Dort hofft er ebenso wie Entwickler von Straßenbahnen, Mischpulten und Radtrikots auf die Auszeichnung.

"Selbst, wenn wir keinen Preis bekommen, ist es Werbung. Und wenn man die Rückmeldung von Profis erhält, ist das nicht verkehrt", bemerkt Jedynak. Die Wettbewerbsorganisatoren loben die Maschine: Für ihre Kompaktheit bei optimaler Raumausnutzung für die zu bearbeitenden Teile etwa, aber auch dafür, dass sie von Menschen verschiedener Körpergröße gut zu bedienen ist. Im April weiß Jedynak mehr. Dann werden die Preisträger bekanntgegeben.

Mirko Jedynak hat Optogon 2016 gegründet. Seit 1997 ist der Ingenieur der Physikalischen Technik, der an der Hochschule Mittweida studiert hat, in der Herstellung von Lasermaschinen tätig. Für den Unternehmenssitz von Optogon hat er vor vier Jahren das einstige Gasthaus "Sachsenhof" sanieren lassen.

Mit seinem kleinen Firmenteam stellt der 51-Jährige Maschinen für das Lasermarkieren, -gravieren und -abtragen her. In welchen Bereichen werden sie eingesetzt? "Das geht querbeet", sagt der Unternehmenschef. Kunststoffteile könnten markiert werden, Typenschilder mit Zahlen und Nummern versehen, Logos eingraviert, Skalierungen auf Linealen aufgebracht, Prägestempel für Tabletten hergestellt werden.

Jedynak zeigt ein Tastelement, über das sich der Fensterheber im Auto bedienen lässt und das im Dunkeln leuchtet, sowie eine Münze mit dem Motiv eines Bauwerks - alles ist per Laser bearbeitet worden. Zu den Kunden zählen etwa die Automatendreherei Präzisions-Drehteile Barchfeld in Thüringen, die Raffinerie PCK in Schwedt (Brandenburg) und Oerlikon in Stollberg, die Kolbenbolzen beschichten.

Die Maschinen werden in drei Baugrößen gefertigt. Die größte ist rund zwei Meter hoch, die kleinste - der Preisanwärter - etwa so groß wie ein Fernsehgerät früherer Jahre. Unterschiedlich große Teile lassen sich bearbeiten, von 1,30 mal 0,70 Meter bis zu 2 mal 2 Millimeter. Letzteres seien etwa Teile für Zahnimplantate, auf denen sich Markierungen nur mit der Lupe entdecken lassen.

25 bis 50 Maschinen, optimiert nach Kundenbedarf, werden pro Jahr normalerweise in Erlau gefertigt. Das beginnt bei der Beschichtung der Gehäusebleche, geht über den Einbau von Lasertechnik sowie Elektrik und reicht bis zur Programmierung. Doch auch die Firma spürt die Auswirkungen der Coronapandemie. So wurden bereits fast vollzogene Bestellungen doch nicht getätigt. Auch die Veränderungen in der Automobilbranche seien spürbar.

Doch der Firmenchef bleibt zuversichtlich: "Es gibt eigentlich keine Branche, in der die Lasertechnik nicht gebraucht wird." Man sei dabei, den deutschen Markt zu erschließen, habe über Vertriebspartner aber auch schon die Fühler nach Frankreich, Belgien und in die Niederlande ausgestreckt.


Preis mit 50.000 Euro dotiert

Der Sächsische Staatspreis für

Design wird vom Sächsischen Wirtschaftsministerium ausgelobt und zum 17. Mal vergeben. Es gab 200 Einreichungen in den Kategorien Produktdesign im Industriegüter-Bereich, Produktdesign im Konsumgüter-Bereich, Kommunikationsdesign, Design im Handwerk, Nachwuchsdesign und für den Sonderpreis "Design macht Arbeitsschutz attraktiv". Der Preis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Mitte Januar werden die Nominierten und Preisträger gewählt. Die Preisverleihung erfolgt im Frühjahr.

Neun Einreichungen kommen aus Mittelsachsen. Darunter ist auch

die Software-Schmiede Vrendex aus

Königshain, mit einer interaktiven Gefahrenschulung für Staplerfahrer. (fmu)

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.