Leitungen verlegt: Keller wird zum Werkraum

Eine vierte Klasse hat die Lunzenauer Grundschule verlassen, zwei erste Klassen sind im neuen Schuljahr dazugekommen. Es wird mehr Platz gebraucht und geschaffen.

Lunzenau.

In der Lunzenauer Grundschule geht es eng zu. Im vergangenen Schuljahr lernten laut Schulleiterin Heike Schindler 113 Jungen und Mädchen in sechs Klassen in der Schule. Jetzt sind es mehr als 130 Kinder. "Perspektivisch sieht es für die kommenden Jahre ähnlich aus. Das heißt, dass wir mehr Platz brauchen", so die Schulleiterin.

Im Rathaus hat man die Problematik erkannt und reagiert darauf - wie es bereits zwei Mal geschehen ist, als aufgrund hoher Geburtenzahlen mehr Krippenplätze gebraucht wurden. So gab es 2013 und auch im vergangenen Jahr eine Art Ringtausch. Zunächst zogen die Hortkinder der Klassen zwei bis vier aus dem Kindergarten "Spatzennest" aus. So entstand dort mehr Platz für Krippenkinder.

Im vergangenen Jahr reagierte die Stadt erneut auf höhere Geburtenzahlen und damit auf den Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen. Auch die Hortkinder der ersten Klasse zogen in die Grundschule, und im Kindergarten wurde für die Kleinen danach entsprechend umgebaut.

Doch in der Schule wurde es immer enger. Die Lösung: Im Keller entsteht ein neuer Werkraum. Dazu wurden in den vergangenen Monaten Trennwände herausgerissen, Elektro- und Heizungsleitungen verlegt und verputzt, wie Bauamtsleiter Gerald Karte aufzählte. Zudem sei der alte Fußboden entfernt und durch neuen Beton und Estrich ersetzt worden. "Derzeit werden die Arbeiten für den Brandschutz erledigt", so Karte. Unter anderem brächten Bauarbeiter eine Deckenverkleidung an. Dann stünden noch Trockenbau, Fußboden und Malerarbeiten sowie das Einsetzen von vier Türen an. Zuletzt folge die Feininstallation, also das Anbringen von Schaltern, Steckern und Lampen. "Wir sind in die Zielgerade einbogen", sagte Karte.

Wenn der Werkraum im Keller fertig ist - Bürgermeister Ronny Hofmann schätzt, dass das Projekt etwa Mitte Januar beendet werden kann - wird aus dem jetzigen Werkraum in einer oberen Etage ein Klassenzimmer. Das dürfte laut Hofmann mit wenig Aufwand verbunden sein. Er müsse wohl lediglich einen neuen Anstrich bekommen und dann möbliert werden.

Der Stadtrat hatte in seiner jüngsten Sitzung noch Arbeiten vergeben. Zudem stimmte das Gremium insgesamt auch überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von rund 45.000 Euro zu. "Im Laufe des Baus sind Dinge aufgetreten, die nicht absehbar waren. Unter anderem haben eine weitere Feuerschutzdecke und ein Wassereinbruch Mehrkosten verursacht", erklärte Hofmann.

Für die Arbeiten in der Grundschule waren im Etat zunächst 125.000 Euro geplant. Schon im Sommer war klar, dass der Bau teurer wird - gerechnet wurde mit rund 166.800 Euro. Der erneute Nachtrag erhöht diese Summe nun auf rund 211.800 Euro. 125.000 Euro fließen als Fördermittel, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 76.250 Euro. Die Differenz von 10.450 Euro steuert sie ebenfalls zu. Dieses Geld stammt aus der Pauschale, die der Freistaat Städten und Gemeinden drei Jahre lang zur Stärkung des ländlichen Raums zuweist.

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