Linke-Kreisrat wird zur Zielscheibe

Bereits mehrere Male haben Unbekannte das Auto von David Rausch beschädigt. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

Altgeringswalde.

Ein mittelsächsischer Lokalpolitiker ist offenbar Ziel von Attacken: Der Linke-Kreisrat David Rausch berichtet, dass zwischen Oktober und Mai fünf Anschläge auf sein Auto verübt worden sind. Inzwischen seien etwa 1000 Euro an Reparaturkosten aufgelaufen. Neben einem eingetretenen Rücklicht habe jemand den Lack an den Längsseiten der Karosserie zerkratzt. Und bereits vier Mal seien die Reifen zerstochen worden.

Die Sachbeschädigungen hat er bei der Polizei zur Anzeige gebracht, so David Rausch. Die Polizeidirektion Chemnitz teilt auf Nachfrage mit, dass zumindest ein Fall bekannt ist, bei dem das Auto des Kreisrates beschädigt wurde. "Bestätigen kann ich den Eingang einer Anzeige vom 2. Juni wegen Verdachts einer Sachbeschädigung an dem betreffenden Fahrzeug, das auf einem Privatgrundstück abgestellt war", erklärte dazu Polizeisprecher Rafael Scholz. Die Ermittlungen gegen Unbekannt seien daraufhin in Gang gesetzt worden.

David Rausch ist sich sicher, dass zwischen den Anschlägen und seiner kommunalpolitischen Arbeit ein Zusammenhang besteht. Denn der Linkspolitiker ist nicht nur in Geringswalde für seine streitbaren Äußerungen bekannt. Jüngst sorgte er für Aufsehen, als er vor einer Kreistagssitzung Maulkörbe an die mittelsächsischen Kreisräte verteilen wollte, um so auf die neue Geschäftsordnung des Gremiums aufmerksam zu machen, die besagt, dass sich Kreisräte vor der Sitzung des Kreistages nicht mehr öffentlich zu den Themen der Sitzung äußern dürfen. Außerdem setzt er sich schon seit vielen Monaten für Asylbewerber ein.

"Ich werde deshalb sicher nicht leiser werden, auch wenn das vielleicht einigen Zeitgenossen nicht gefällt", hält David Rausch kategorisch fest. Klar sei aber auch, dass er nicht Tag und Nacht sein Auto bewachen könne. Als einen Schritt, weitere Schäden künftig auszuschließen, ließ der Altgeringswalder kürzlich eine hochsensible Alarmanlage in seinem Fahrzeug installieren, sagt er.

Das Auto gilt nicht erst seit gestern und heute als beliebtes Ziel für Auseinandersetzungen politischer Natur: Ende März stand das Auto des Politikwissenschaftlers Werner Patzelt in Flammen. Der Wagen erlitt Totalschaden. Nach Sachbeschädigungen an Autos von AfD-Funktionären in Mittelhessen im April ermittelt die Marburger Staatsanwaltschaft. Und Anfang Mai wurde ein Anschlag auf das Auto des Berliner Linke-Politikers Hans Erxleben verübt. Wie es hieß, hätten Unbekannte an einem Vorderrad Radmuttern gelockert.

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