Mann erhält Auflage vom Gericht

Ein Altgeringswalder soll einen Polizisten geschubst haben, als der seinen Wagen kontrollieren wollte. Doch zu einer Verurteilung kam es vor Gericht nicht.

Altgeringswalde/Döbeln.

Vor dem Amtsgericht Döbeln musste sich ein Mann aus Altgeringswalde verantworten. Am Ende der Verhandlung kam er mit einer Auflage davon.

So soll sich die Tat ereignet haben: Es war der Nachmittag des 8. Januar 2018, als drei Polizeibeamte des Rochlitzer Reviers den Altgeringswalder aufgesucht hatten. Es bestand der dringende Verdacht, dass dessen Auto in einen Unfall mit Fahrerflucht verwickelt gewesen war. Die Beamten baten den Fahrer, ihnen das Fahrzeug zu zeigen. Als der den Pkw aus der Garage fuhr, sahen die Polizisten, dass das Fahrzeug genau an der Stelle beschädigt war, die der Unfallzeuge ihnen beschrieben hatte. Ein Beamter ließ den Fahrzeughalter die Motorhaube öffnen. Denn er wollte kontrollieren, ob der Motor noch warm sei. Daraufhin soll der Mann den Polizisten mit beiden Händen weggeschubst und die Motorhaube geschlossen haben.

Der Angeklagte leugnete die Tat. "Ich war entsetzt, als die Anzeige kam", sagte er. "Es war gar nichts passiert. Ich schubse doch nicht so einen großen, langen Kerl." Bevor er mit den Polizeibeamten zu seinem Fahrezeug gegangen sei, soll er ihnen gesagt haben, dass er mit dem Auto unterwegs war, aber niemanden angefahren habe.

Doch zwei der Beamten schilderten das Geschehen anders. "Ich sah, wie er meinen Kollegen mit beiden Händen wegschubste", sagte der eine Zeuge "Dann machte er die Motorhaube zu. Er wollte den Wagen wieder zurück in die Garage fahren." Um das zu verhindern, habe er eine Tür des Fahrzeugs geöffnet. Er und der dritte Kollege seien in diesem Moment gerade dabei gewesen, das Auto und den Schaden daran zu fotografieren und zu vermessen. Diese Aussage bestätigte der zweite Zeuge. Er war es, der den Motorblock auf Wärme prüfen wollte, sagte er.

Verteidiger Kay Estel fragte die Polizisten, ob sie seinen Mandanten belehrt hätten, dass er bei der Durchsuchung des Fahrzeugs nicht mitwirken muss. Doch das hatten die Beamten nicht getan. Deshalb bat Rechtsanwalt Estel die Richterin Marion Zöllner und die Staatsanwaltschaft um ein Rechtsgespräch. Danach stellte die Richterin das Verfahren gegen Auflage ein. "Der Angeklagte ist bisher nicht straffällig in Erscheinung getreten." Der Angeklagte muss 500 Euro an die Opferhilfe zahlen. Sollte er dem nicht nachkommen, wird das Verfahren neu aufgenommen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...