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Kurz nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres gibt es noch viele unbesetzte Lehrstellen und Schulabgänger ohne Vertrag. Dem Ausgleich von Nachfrage und Angebot für 2020 soll eine Messe in Mittweida dienen.

Mittweida.

Betrachtet man die Zahlen der Arbeitsagentur Freiberg, sollte es in diesem Jahr kein Problem für Firmen und Gewerbetreibende gewesen sein, Nachwuchs zu finden: Den bis August gemeldeten 1533 Ausbildungsstellen standen 1774 Bewerberinnen gegenüber. Trotzdem sind kurz nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres immer noch 485 Ausbildungsstellen unbesetzt. Zugleich haben 272 Schulabsolventen keinen Lehrvertrag.

Die Chance, einen Ausbildungsplatz zu finden, erscheint groß, sagt auch Antje Schubert, Sprecherin der Arbeitsagentur Freiberg. Doch bei der Nachfrage nach einzelnen Berufsbildern geht die Schere von Angebot und Nachfrage teils weit auseinander. Weniger gefragt bei der Jugend seien Berufe in Hotels und Gaststätten sowie bei Bäckern, Fleischern oder im Lebensmittelhandel. Mehr Bewerber als Lehrstellen gab es zuletzt unter anderem in der Landwirtschaft, der Holzbe- und -verarbeitung, der Fahrzeugtechnik, der Softwareentwicklung und in Programmierung, Verkauf oder Büro. Dennoch: Unbesetzte Ausbildungsstellen gebe es in fast allen Bereichen, vor allem in den Metallberufen, dem Maschinenbau, der Lebensmittel- und Genussmittelherstellung sowie im Baubereich.

Ein ähnliches Bild zeichnet die Handwerkskammer Chemnitz von der aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt in Mittelsachsen: Freie Lehrstellen gibt es auch nach Beginn des Ausbildungsjahres in allen Branchen des Handwerks, vor allem in den Bau- und Ausbauberufen, im Elektro-, Kfz- und Metallhandwerk, aber auch in den Gesundheitshandwerken, erklärte Kammer-Sprecher Robert Schimke. "Einfach ist die Vermittlung unter anderem von Kfz-Mechatronikern, von Elektronikern und von Mechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik", so Schimke. Mehr Bewerber als offene Lehrstellen gebe es bei Tischlern und Zimmerern, aber auch bei Konditoren und bei vergleichsweise kleinen Gewerken wie dem der Goldschmiede. Doch auch in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer seien aktuell noch 165 Lehrstellen im Landkreis Mittelsachsen unbesetzt.

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Regionalkammer Mittelsachsen betreibt eine solche Börse, in der Unternehmen offene Stellen melden. Dort sind laut Andrea Tippmer, IHK-Referentin Ausbildung, für 2019 noch 56 Lehrstellenangebote in gewerblichen Ausbildungsberufen für den Raum Mittelsachsen eingetragen. Es gibt auch Erfolge bei der Vermittlung von Stellen an Bewerber durch die Lehrstellenbörse: So seien 115 Verträge mit Ausbildungsbetrieben der Bereiche Gastronomie und Handel in Mittelsachsen geschlossen. Die nun anstehenden Ausbildungsmessen in Mittweida, Freiberg und Döbeln nutzen nach Erfahrung der IHK-Referentin oft auch Schüler, die für das aktuelle Ausbildungsjahr noch eine Lehrstelle suchen.


Hotel Lichtenwalde

Erwartung: Das Best Western Hotel am Schlosspark in Lichtenwalde sucht Bewerber für fünf Lehrstellen (Köchin und Hotelfachfrau). Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 12. Wichtig sind Fachnoten in Mathe, Deutsch und gegebenenfalls Englisch. Bewerber sollten teamfähig, kontaktfreudig und belastbar sein.

Erfahrung: Die Messe ist laut Sandy Inckemann vom Hotelmanagement,

"eine gute Möglichkeit, mit Eltern und Schülern ins Gespräch zu kommen und verschiedene Informationen zur Ausbildung zu geben". Das Hotel biete dabei auch Informationen zu Praktika an. (jl)


Laservorm Altmittweida

Erwartung: Für das Ausbildungsjahr 2020 plant der Sondermaschinenbauer, je eine Ausbildungsstelle für den Fachbereich Mechatronik und Industriemechanik zu besetzen. Angesprochen werden sollen Schüler ab Klasse 7 von Oberschule bis Gymnasium. Gute Noten in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern und Interesse an Technik ist generell von Vorteil.

Erfahrung: Laservorm ist schon seit 2015 bei der Messe in Mittweida präsent. "Zwei unserer neuen Azubis haben wir bei 'Schule macht Betrieb' 2018 kennen gelernt", so Tommy Lindner, Marketingverantwortlicher bei Laservorm. (jl)


GET Geringswalde

Erwartung: Die GET Gerätebau-Energieanlagen-Telekommunikation GmbH bietet eine Ausbildungsstelle für Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik an. Bewerber sollten in den Fächern Mathe und Physik mindestens eine Note 3 haben. Empfohlen wird, den Betrieb in Praktikum oder Ferienarbeit kennen zu lernen.

Erfahrung: Auf Ausbildungsmessen wie in Mittweida ist GET seit etwa zehn Jahren präsent. "Einen Lehrling, der bei uns am 1. September angefangen hat, haben wir 2018 auf einer solchen Messe kennen gelernt", so der technische Geschäftsführer Heiko Poppitz. (jl)

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