Maroder Gasthof steht zum Verkauf

Seit Jahren verfällt die "Linde" bei Zetteritz. Doch der Eigentümer ist offenbar bereit, das Objekt loszuwerden. Für den Abriss der Immobilie sieht der Kreis indes keine Not.

Zetteritz.

Rund zwei Jahrzehnte sind es bereits, in denen der ehemalige Gasthof "Zur Linde" bei Zetteritz leersteht. Könnte er doch noch eine Zukunft haben? Einen kleinen Lichtblick gibt es wohl. "Ich weiß, dass der Besitzer bereit ist, den Gasthof zu verkaufen", so der Seelitzer Bürgermeister Thomas Oertel (parteilos).

Dass sich vor Ort etwas tut, liege dem Ortschef sehr am Herzen. Denn seit Jahren schon macht das Objekt an der Staatsstraße zwischen Rochlitz und Erlau einen verwahrlosten Eindruck. Eingeschlagene Scheiben, offene Eingänge, auch Unrat wie etwa davor abgestellte Campingstühle waren in der Vergangenheit immer wieder am Gebäude zu beobachten. 2017 war die Immobilie an einen Privatmann aus Chemnitz gegangen. Er wollte dort Bioprodukte aufarbeiten und vermarkten, hieß es damals. Passiert ist nichts.

Einen Blick auf die Immobilie hat auch der Landkreis, da die einstige Gastlichkeit an einer Staatsstraße steht. Der Bauaufsicht sei der Zustand des Gebäudes bekannt, teilt Landratsamtssprecher André Kaiser mit. "Deshalb erfolgen durch die Baukontrolleure des Landratsamtes in unregelmäßigen Abständen Kontrollen", so Kaiser. Vom Eigentümer werde gefordert, Fenster und Türen zu verschließen. Eine Ersatzvornahme sei aber nicht geplant, da bauaufsichtsrechtlich keine Gefahrensituation bestehe.

Als Ersatzvornahme wird bezeichnet, wenn ein Dritter eine Handlung ausführt - anstelle desjenigen, der eigentlich handeln müsste. Der Verantwortliche muss dann die Kosten tragen. Im Falle von Brachen ist das der Eigentümer. Der Kreis oder eine Kommune können zum Beispiel ein Haus abreißen lassen, wenn davon Gefahr ausgeht und der Eigentümer auch nach Aufforderung nichts unternimmt.

Wegen maroder Häuser musste der Kreis 2020 mehrfach aktiv werden, hatte die Pressestelle im Sommer mitgeteilt. So wurde im Mai der Gebäudekomplex "Grüne Tanne" abgerissen, weil er eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellte. Die Kosten von rund 125.000 Euro wurden auf die Eigentümerin umgelegt. Auch wurde für gut 12.600 Euro eine ehemalige Geflügelhaltungsanlage in Lunzenau beseitigt.

Zur Gefahrenabwehr ist die Bauaufsicht des Kreises 2019 in 13 Fällen mit einer Ersatzvornahme tätig gewesen, informierte das Amt. Gehandelt wurde unter anderem in Hartha und Burgstädt. Insgesamt sind Ausgaben von 735.000 Euro angefallen. Durch den Landkreis werden aktuell rund 230 Bauwerke überwacht, erklärt André Kaiser.

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