Martinstag: Keine Umzüge, keine Andachten

Aufgrund der Pandemie gehen Kirchgemeinden andere Wege

Rochlitz.

Mit farbenfrohen und leuchtenden Laternen ziehen normalerweise am 11. November bundesweit Tausende Menschen durch die Orte. Doch am diesjährigen Martinstag fällt dieser Brauch aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen ins Wasser. "Wir hatten uns mit den Gemeindepädagogen viele Gedanken dazu gemacht, aber das Hygienekonzept ist leider nicht genehmigt worden", erklärt der Rochlitzer Pfarrer, Ragnar Quaas. Auch von einer Andacht in einer der Kirchen hat die Kirchgemeinde Rochlitz-Wechselburg Abstand genommen. Denn vermutlich wären viele Menschen in die Gotteshäuser gekommen.

Diese Einschätzung vertritt der Peniger Pfarrer Christian Bilz genauso. "Wir haben mit 200 Gläubigen gerechnet", sagt der Geistliche. Daher entschloss sich die Kirchgemeinde am Wochenende, die ursprünglich für Mittwoch geplante Andacht abzusagen. "Wir wollen verantwortlich mit der Sache umgehen und unseren Beitrag leisten, Kontakte zu reduzieren", fährt Bilz fort. Nichtsdestotrotz steht die Stadtkirche "Unser Lieben Frauen auf dem Berge" den Gläubigen täglich von 10 bis 17 Uhr offen. "Wir wollen den Menschen in dieser Zeit die Möglichkeit zum stillen Gebet und zum Entzünden einer Kerze bieten", betont Bilz. Ob das Angebot, das eigentlich nur in den warmen Sommermonaten besteht, auch im Dezember aufrechterhalten wird, soll Ende des Monats entschieden werden.

Derweil finden am Dienstag in Geringswalde und am Mittwoch in Beerwalde jeweils 17 Uhr Gottesdienste anlässlich des Martinstags statt. Außerdem feiert die katholische Kirchgemeinde aus Wechselburg am Mittwoch um 12 Uhr eine Heilige Messe. Darüber hinaus ruft sie ihre Mitglieder dazu auf, an der bundesweiten Aktion "Laternen Fenster" mitzumachen. Menschen sollen Laternen basteln und diese gut sichtbar in die Fenster hängen oder auf die Fensterbank stellen. "Es geht darum, Licht zu teilen. Und vielleicht ist das ein schönes Zeichen in dieser äußerlich und innerlich dunklen Zeit, um ein wenig Freude zu bringen", sagt Gemeindereferentin Sabine Bley. (acr)

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.