Mildes Wetter beschert späte Pilzfreuden

Marita Fischer aus Arras hat jüngst stattliche Steinpilze im Wald gefunden. Für die Jahreszeit ist das ungewöhnlich, weiß ein Experte.

Arras/Crossen.

Mit diesem ausgesprochenen Sammlerglück hat Pilzfreundin Marita Fischer aus Arras nur wenige Wochen vor dem Weihnachtsfest nicht gerechnet: Drei stattliche Steinpilze hat die 72-Jährige vor kurzem im Wald gefunden. Für die Jahreszeit ist das eher ungewöhnlich, bestätigt Pilzberater Michael Möbius aus Geringswalde.

Das Sammlerglück war Marita Fischer vor wenigen Tagen bei einem Streifzug durch den Crossener Wald hold. "Ich habe gedacht, mein Herz bleibt stehen", sagt sie lachend über den Moment, als sie die Steinpilze am Wegesrand entdeckte. Der Größte brachte es auf 1200 Gramm.

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Derzeit sei es ein bisschen feucht und nicht zu kalt, und so sprießen jetzt noch Pilze, die sonst für diese Zeit im Jahr untypisch sind, weiß Pilzfachmann Michael Möbius. Dazu gehören die Steinpilze, die Marita Fischer gefunden hat, aber auch weitere Pilze. "Ich habe letzte Woche noch Hexenpilze gefunden und am Dienstag Anischampignons. Möglich, dass die Pilze etwas aufzuholen haben", sagt Möbius. Denn abgesehen von einem Schub mit vielen Pilzen im Herbst war 2015 ein schlechtes Pilzjahr, da es zu trocken war.

Die aktuellen Pilzfreuden werden wohl dennoch bald ein Ende finden: "Ich denke, mit den ersten strengen Frösten hat sich das dann erledigt", so Michael Möbius. Dann finden sich wahrscheinlich nur noch typische Winterpilze, die auch bei Kälte gedeihen, wie etwa der Samtfußrübling, der Austern-Seitling oder der Frost-Schneckling.

Marita Fischer hat ihre Steinpilze zuhause übrigens ohne Salz etwas gekocht und mit Butter und Zwiebeln gebraten. Was nicht gleich auf den Tisch kam, hat sie eingefroren. Pilzfan ist sie durch ihre Großmutter geworden. Deren Weg zur Arbeit auf dem Feld führte einst durch den Wald und Marita Fischer war beim Pilzsammeln mit dabei. Die Rentnerin hat noch einen Tipp: "Ich gehe lieber bei zunehmendem Mond, da finde ich die meisten Pilze." Aber Ausnahmen bestätigen die Regel: Gestern fand sie weitere vier Steinpilze - obwohl der Mond abnimmt.

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