Mit Kreativität zum Erfolg

In loser Folge lässt die "Freie Presse" die Zeit seit Januar Revue passieren und ruft Ereignisse aus den vergangenen Monaten in Erinnerung. Heute: Die Unternehmer des Jahres

Penig.

Ob große Firma oder kleiner mittelständischer Betrieb - Mittelsachsens Unternehmer sind kreativ, um am Markt zu bestehen. Mitunter gehen sie ungewöhnliche Wege. "Freie Presse" stellt die Unternehmer und Unternehmerinnen vor, die dieses Jahr Schlagzeilen machten.

Die Umweltbewusste: Nicht nur Ozeane versinken in Plastikmüll, der Verpackungswahn bedroht die gesamte Umwelt. Mehrweg statt Einweg lautet deshalb die Devise der Frankenbergerin Ina Hoyer. Sie eröffnete dieses Jahr in Chemnitz ihren Unverpackt-Laden. Statt Kühlstrecken und Warenständern stehen dort Büchsen, Gläser, Körbe und Kartons. In Getreidesäcken lagern Linsen, Basmati-Reis, Leinsamen und Sesam. Die Ware wird beim Verkauf nicht in Folie, sondern in Glas, Baumwollbeutel oder recycelbarem Papier verpackt. Sie will ihre Kunden auch umerziehen. Und so bringen einige schon längst eigene Taschen oder Gläser mit. Das Angebot in ihrem Laden richtet sich vor allem an Veganer. Fleisch- und Wurstwaren sind dort nicht zu finden.

Der Retter: Im Frühjahr 2018 musste Erik Lippert, Geschäftsführer der gut 60 Mitarbeiter zählenden Pama Paper Machinery GmbH aus Freiberg, die Reißleine ziehen und beim Amtsgericht einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung stellen. 2015 hatte Lippert mit der Pama einen Neustart gewagt. Die frühere Pama Papiermaschinen GmbH gehörte bis Juni 2015 der österreichischen Kresta Industries, die Mitte 2016 insolvent ging. Da die Freiberger Gesellschaft von 2015 bis 2017 durch ein Großprojekt in einem Konsortium mit der Kresta geschäftlich verbunden war, wirkte sich die Pleite auf die neue Pama aus. Doch der Firmenchef steuerte dagegen. Die Gläubiger stimmten dem Insolvenzplan zu. Lippert kann sein Unternehmen, das sich auf Papiermaschinen spezialisiert hat, sanieren.

Der Preisgekrönte: Geschäftsführer Frank Lindner kann zurecht stolz sein. Sein Niederwiesaer Unternehmen Drymat-Systeme GmbH wurde bereits zum zweiten Mal als eine der Top 100 geehrt. Drymat hat ein Verfahren entwickelt, um Wände elektrophysikalisch zu entfeuchten. Die Eremitage in Sankt Petersburg, die Karls-Universität in Prag und das Warschauer Königsschloss wurden mit der Entwicklung aus Niederwiesa schon trocken gelegt. Initiator des Wettbewerbes um die Top 100 des deutschen Mittelstandes ist die Compamedia GmbH. Bei der Auflage 2018 sichteten die Forscher 471 Bewerbungen mittelständischer Unternehmer, prüften unter anderem Innovationsklima, Management und Organisation und den Innovationserfolg. Darauf will sich Lindner nicht ausruhen. Die Entwickler erfanden einen Mörtel, der nicht nur elektrisch leitfähig ist, sondern sich nach der Trocknung ausdehnt. Damit verbinden sich Mauerwerk und Mörtel fester.

Der Newcomer: Paul Schuschan ist 29 Jahre alt und trägt die Verantwortung für 60 Mitarbeiter. Denn der Erzgebirger hat den Peniger Anlagenbauer Leuteritz gekauft. Und er hat gleich mal eine Neuerung eingeführt: Die Abkürzung LAB ist jetzt das Markenzeichen der Leuteritzer Anlagenbau GmbH. LAB baut Industriehallen - von der großen Logistikhalle bis zum Carport. In Penig entstehen Metallzäune, Bühnen, Fluchttreppen, Einhausungen. Schuschan reizt die Verantwortung in der mittelständischen Firma. Er bevorzugt schnelle Entscheidungen. Und der junge Mann hat Visionen: 2022 soll eine große neue Halle im Gewerbegebiet am Kreisel stehen. Dorthin wolle er die Bereiche konstruktiver Stahlbau, Hallenbau und die Verwaltung auslagern. An der Leipziger Straße bleiben die Bereiche Fördertechnik und Landtechnik sowie die Schlosserarbeiten.

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