Nach Absturz: Pilot steigt wieder in die Luft

Die Bruchlandung eines Kleinflugzeuges am 6. September auf einem Feld bei Seelitz hatte für Aufsehen gesorgt. Peter Funke saß am Steuer. Der 76-jährige Beedelner hat alles gut überstanden und hat nun weitere Pläne.

Beedeln.

Peter Funke behält die Ruhe und ist hart im Nehmen. Das hat er am 6. September bewiesen. Als er an diesem Nachmittag mit seinem Ultraleichtflugzeug von Beedeln aus gemeinsam mit seinem 65-jährigen Co-Piloten zu einem Rundflug über Colditz aufgebrochen war, verlief dieser Flug nach etwa zwölf Kilometern anders als gewöhnlich. Der Motor war ausgefallen. Auf einem Feld nahe der Dorfstraße in Gröblitz musste er gegen 16 Uhr mit der Maschine runter. Das Bugrad schob die lockere Erde auf. Das Flugzeug kippte. Ein Blatt vom Propeller und einige Rohre waren gebrochen. "Wir haben uns abgeschnallt und sind rausgefallen", sagt Peter Funke. Beide konnten das Fluggerät unverletzt verlassen.

"Eine gute Landung ist, wenn keinem etwas passiert ist. Eine sehr gute Landung ist, wenn das Flugzeug noch verwendet werden kann", scherzt der 76-Jährige heute. Die Absturzmaschine wieder aufzubauen, lohne sich aber aus seiner Sicht wirtschaftlich nicht mehr. Dennoch: Vom Fliegen hält ihn dieser Zwischenfall nicht ab. Einerseits hat er in der Luft etwa 30 solcher Motorausfälle sowie drei Kurbelwellenbrüche und mehrere Getriebeschäden erlebt, sogar mehrfach notlanden musste er schon. Andererseits hat er zu Hause noch vier Fluggeräte stehen, mit denen er abheben kann. Die Unglücksmaschine war, wie er verrät, etwa 2000 Euro wert. Neu kostet ein solches Ultraleichtflugzeug um die 20.000 Euro, andere Geräte gibt es für bis zu 100.000 Euro.

Wenn sich Peter Funke an den Flug vom 6. September erinnert, so weiß er noch alle Details. Nach dem ersten Motoraussetzer über Colditz habe er zum Rückflug ansetzen wollen. "Doch dann gab es weitere Aussetzer, sodass ich eine Notlandefläche gesucht habe", beschreibt er die Situation an jenem sonnigen Nachmittag. Dann der Totalausfall. Der Propeller stand still. "Ich hatte mir erst eine Saatfläche bei Seelitz für die Notlandung ausgesucht. Habe mich dann aber nicht getraut, über das Obstgut zu fliegen. Eine Landung in den Bäumen wäre schlimm ausgegangen", vermutet Funke. Binnen weniger Sekunden musste er sich entscheiden. Er landete sein Flugzeug schließlich auf dem Feld bei Gröblitz. "Man muss bis zum Schluss die Fassung behalten", sagt er. "So eine Außenlandung ist normal. Damit muss man immer rechnen. Alles in allem war es eine gute Landung", schätzt er das ein, was er in diesem Moment für seinen Co-Piloten und für sich noch tun konnte.

Peter Funke ist ein erfahrener Pilot und Fluglehrer. Begonnen hat er 1989 mit dem Erwerb des Flugscheins für Hängegleiter, auch Drachenflieger genannt. "Ich war aktiver Bergsteiger und wollte eigentlich Gleitschirmfliegen. Damals gab es kurzfristig dafür aber keine Ausbildungsmöglichkeiten." Bis zum Fluglehrer und Geräteprüfer hat es der gebürtige Beedelner mittlerweile gebracht. Etwa 80 Stunden pro Jahr fliegt er mit seinen Ultraleichtflugzeugen, oft zu zweit. "Uns interessiert vorwiegend die Landschaft." Eine wunderbare Strecke sei die von Colditz über Hartha, Waldheim, Talsperre Kriebstein und übers Muldental. Die längste Strecke führe ihn entlang der Zwickauer Mulde zum Fichtelberg und entlang der Zschopau zurück nach Kriebstein. "Dieser Flug dauert etwa zweieinhalb Stunden. Länger geht nicht. Mehr gibt der Sprit nicht her."

Seine spektakulärste Landung hatte Funke, der in Mittweida studiert hat und Ingenieur für Elektrotechnik ist, mit einem Flugschüler vor Jahren neben der Autobahn nahe der Anschlussstelle Hainichen. Auch die ging glimpflich ab. Und wenn er so zurückdenkt, muss er feststellen: "Beim Bergsteigen hatte ich mehr kritische Situationen als beim Fliegen."

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