Neue Chance nach Krankheit

Sie helfen in Kindergärten, gestalten Angebote für Schulkinder, kümmern sich in Krankenhäusern um Patienten und packen im Naturschutz mit an - Freiwillige sind in vielen sozialen Einrichtungen im Einsatz. Die "Freie Presse" stellt engagierte Männer und Frauen vor. Heute: Johannes Tittmann

Königsfeld.

Johannes Tittmann fühlt sich gut aufgehoben im Büro seiner Mentorin Kerstin Klaus in der Wohnstätte "Haus Bethanien" in Königsfeld. Das Haus ist in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Rochlitz und betreut etwa 50 Bewohner. Der 30-jährige Mittweidaer absolviert dort seinen Freiwilligendienst, den er als Einstieg in das Berufsleben sieht. Denn während seines Philosophie- und Geschichte-Studiums wurde er krank. Aufgrund einer Depressionen brach er das Studium ab und war lange Zeit zu Hause.

"Meine Mutter arbeitet bei der Diakonie und bestärkte mich darin, über den Freiwilligendienst eine neue Orientierung zu finden", berichtet Johannes Tittmann. Über die Landkreis Mittweida Krankenhausgesellschaft (LMK) erfuhr er vom Freiwilligendienst aller Generationen (FdaG). "Den FdaG bieten wir bereits seit 2014 für alle Interessierten ab 18 Jahren an", erklärt Bianca Mai vom Bereich "Mensch für Mensch" der LMK.


Seit Februar arbeitet Johannes Tittmann nun 20 Stunden in der Woche in der Königsfelder Einrichtung. "Anfangs war ich skeptisch, ob mir die Verwaltungsarbeiten gefallen wird. Aber ich bin überrascht, wie vielseitig und interessant so ein Job sein kann. Meine Ängste habe ich hinter mir gelassen und ich komme gut mit den Bewohnern zurecht", erklärt der junge Mann.

Sein Arbeitstag beginnt täglich 8 Uhr und geht bis 12.15 Uhr. Zu seinen Aufgaben gehört das Sichten der Post, Anrufe entgegennehmen und die Archivierung. So gestaltet er auch die Chronik weiter. "Er ist eine große Unterstützung im Büroalltag, und ich bin sehr zufrieden mit seinem Engagement. Er denkt mit. Wir hatten bisher noch keinen Freiwilligendienst in der Verwaltung", berichtet Mentorin Kerstin Klaus, die sich freut, dass sich nun Johannes Tittmann für eine Verlängerung nach sechs Monaten entschieden hat.

Der 30-Jährige findet den Freiwilligendienst großartig, denn so könne er Berufserfahrungen sammeln und testen, ob die Aufgaben ihm liegen. "Ich wusste, dass es lediglich eine Aufwandsentschädigung für diese Zeit gibt. Da ich in Mittweida wohne, geht die allerdings für das Fahrgeld drauf. Der finanzielle Aspekt war aber ohnehin nicht ausschlaggebend für mich", sagt der junge Mann. Zukünftig könne er sich vorstellen, einen Job in der Verwaltung zu übernehmen.

Wer Interesse an einem Freiwilligendienst hat oder Informationen benötigt, kann sich an Melanie Wallukat, Bereich "Mensch für Mensch", Gärtnerstraße 2 in Rochlitz, wenden. Telefon: 03737 7875351.

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