Neue Pläne für den Chemnitztalradweg

Für den Abschnitt zwischen Chemnitz und Wechselburg ist ein Programm erstellt worden. Doch die Umsetzung dauert noch.

Markersdorf/Wechselburg.

Wie Radwandern von Chemnitz nach Wechselburg auf dem ehemaligen Gleisbett der Chemnitztalbahn attraktiver werden kann, haben zwei Ingenieurbüros aus Leipzig und Chemnitz untersucht. Für rund 17.000 Euro hat der Zweckverband ein Tourismuskonzept für die Strecke erstellen lassen. "Freie Presse" fasst die Ergebnisse zusammen:

Radstrecke: Der 2,2 Kilometer lange Abschnitt zwischen Markersdorf und Diethensdorf wird jetzt fertiggebaut. Die beiden Stahlbetonbrücken im Schweizerthal sind saniert und Konsolen für den Radweg angebracht worden. Zurzeit wird laut Verbandschef Günter Hermsdorf für 547.000 Euro die Strecke ausgebaut. Von der Diethensdorfer Seite aus wird die alte Baustraße planiert und für den Asphalteinbau vorbereitet. Bevor die Strecke in Richtung Markersdorf mit der Instandsetzung der Dorfbachbrücke erfolgt, soll ein Zugang für die Naherholungsanlage geschaffen werden. Der 5,7 Kilometer lange Abschnitt zwischen Wittgensdorf und Markersdorf ist mit der Brückensanierung in Auerswalde am alten Bahnhof Auerswalde/Köthensdorf fertiggestellt. Zurzeit erfolgt der Rückbau der Baustraße von der Firma Doppel-Moppel bis Bahnhof. Die Planungen für den weiteren Ausbau bis Bahnhof Göritzhain laufen. Wie es bis Wechselburg weitergeht, stehe noch nicht fest. "Wir hoffen, dass kein aufwendiges Planfeststellungsverfahren notwendig ist", so Hermsdorf.


Konzept: Seit September 2018 gab es Expertengespräche, Workshops und Analysen. Herausgearbeitet wurden drei Aspekte: Infrastruktur, Kultur und Natur erleben sowie Marketing und Kommunikation. Ziel ist laut Planerin Ines Senftleben, den Radweg bis Wechselburg weiterzuführen, um eine Anbindung an den Muldetalradwanderweg zu schaffen. Der bisher acht Kilometer lange Chemnitztalradweg sei zu kurz, um grundlegende Planungen voranzubringen. Deshalb müsse er in den Sachsen-Netz-Rad - das touristische Hauptnetz der Radwege - integriert werden. Ein Logo soll den Radweg kennzeichnen. Als Vorschlag hat der Auerswalder Grafiker Johannes Hoyer die Ansicht von der Sagengestalt "Nix vom Chemnitztal" zu Papier gebracht. Industriekultur und Bahnhistorie sollen eingebunden werden, auch Salzstraße und Naturdenkmale. Ein privater Vorschlag sieht vor, am Wegesrand mit einem Chemnitztalrad auf das Tourismusangebot hinzuweisen. Außerdem sind Internetseite, Radwanderkarte, Veranstaltungskalender, Netzwerktreff sowie digitale Plattformen aufzubauen.

Trends: Laut einer Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nehmen Radreisen zu. Der Ausflugsradius werde dabei immer größer, so Senftleben. Allein 61 Prozent der Befragten starten von Zuhause. Aber die Bereitschaft für weitere Anfahrtswege zum Standort steige. Nach einer Analyse würde die Mehrzahl (43 Prozent) Strecken zwischen 20 und 30 Kilometern bevorzugen, gefolgt von Touren zwischen 40 und 60 Kilometer (34 Prozent) und bis 20 Kilometer (25 Prozent). 81 Prozent der Befragten planen ihre Touren individuell, zwei Drittel wünschen sich aber fertige Tourenvorschläge. Das geschehe multimedial. Wegweiser am Radweg blieben aber die Nummer 1.

Ziele: Laut Studie soll der Chemnitztalradweg Leitradweg der Region werden - durch wiedererkennbare Merkmale. So wirbt der Muldetalradweg mit "Vom Ursprung bis zur Mündung der Zwickauer Mulde". Alleinstellungsmerkmal soll das Fahren auf der ehemaligen Bahntrasse sein. Touristische Angebote rechts und links der Strecke sollen vernetzt werden. Damit werde die touristische Infrastruktur um die lokalen Angebote erweitert. Vor Ort und digital müssten die Informationen erhältlich sein. Künftig sollen Radtouren über Reisebüros und im Internet buchbar sein. Ein touristisches Netzwerk ist aufzubauen. Um die Reichweite zu erhöhen, sollen Angebote von Bus und Bahn mit den Radrouten vernetzt werden.

Kategorien: Auf der Strecke soll es drei Kategorien geben: Am Museumsbahnhof Markersdorf-Taura (siehe Karte) sollen ein Rastplatz mit Wetterschutz, Fahrradbügel und -ständer, Wegweiser plus Infotafel, Papierkörbe, E-Bike-Ladestation, Pannenhilfe-Set mit Standluftpumpe, Spielgeräte für Kinder, Pkw- und Wohnmobil-Stellplätze vorgehalten werden. An der Hängebrücke am Auerswalder Keller und am ehemaligen Bahnhof Diethensdorf soll es Infotafel, Bank und Fahrradständer geben. An sechs Kreuzungen auf diesem Abschnitt könnten Wegweiser mit der Routenführung, beispielsweise am Schusterstein und Naturlehrpfad, angebracht werden.

Zeitplan: Da Personen in den Mitgliedskommunen fehlen, die sich um das Projekt kümmern können, sollen Fördermittel dafür beantragt werden. Mit der Tourismusregion Rochlitzer Muldental und Leader-Förderregion sind dazu Konzepte zu entwickeln. Ziel ist es laut Verbandschef Hermsdorf, dass auch die Stadt Chemnitz und die Gemeinde Wechselburg stärker einbezogen werden. Die Wechselburger St.-Otto-Kirche ist bereits als Radwegekirche klassifiziert worden. Jetzt müsse so schnell wie möglich auch dieser Radweg-Abschnitt gebaut werden. Bisher ist Wechselburg nicht Mitglied des Zweckverbandes.

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