Neue Unterrichtsform verbindet Geschichte und Englisch

Am freien Gymnasium Penig wird Historie zweisprachig gelehrt. Mehr als die Hälfte der Zehnt- und Siebtklässler haben sich für dieses neue Konzept entschieden.

Penig.

Kann man lernen, wie sich die Mitwirkung des Volkes bei der Entstehung der USA oder der europäische Einigungsprozess gestaltete, obwohl der Lehrer das jeweilige Thema in englischer Sprache erläutert? Man kann! Für die Zehnt- und Siebtklässler des freien Gymnasiums Penig gibt es die Möglichkeit, den Geschichtsunterricht in Englisch aufzunehmen. Dabei, so erklärt Matthias Ullrich, der die Siebtklässler so unterrichtet, werde nicht der gesamte Stoff in englischer Sprache vermittelt. Vielmehr handele es sich um einzelne Module, die sich gut dafür eignen. "Die Herangehensweise ist eine andere. Zum Beispiel wird der Stoff nicht komplex, sondern in kleineren Schritten erarbeitet, auch in Rollenspielen vertieft", erklärt der 31-jährige Lehrer für Englisch und Geschichte. Eine Konzeption für derartigen Unterricht hat er bereits im Rahmen seines ersten Staatsexamens erarbeitet. "Jetzt wird das in die Praxis umgesetzt."

Das Gymnasium hat ein naturwissenschaftliches und gesellschaftswissenschaftliches Profil. Um dennoch die Fremdsprachen, in diesem Fall Englisch, zu schärfen, werden seit Schuljahresbeginn Teile des Geschichtsunterrichts in Englisch gelehrt. Möglich ist das, weil mit Ullrich für die Siebtklässler und Sandra Otto für die Zehntklässler zwei Lehrer an der Einrichtung arbeiten, die sowohl Englisch als auch Geschichte unterrichten.

Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde der neue Unterricht zunächst mit allen Siebt- und Zehntklässlern getestet. Danach konnten die Schüler entscheiden, ob sie Geschichte weiter in deutscher Sprache lernen wollen oder in Englisch. Mehr als die Hälfte der Schüler entschied sich für Letzteres. "Es war spannend zu erfahren, wie die Schüler das Angebot aufnehmen, ob sie es wollen. Dass wir so viele damit erreichen, hat uns sehr gefreut. Schließlich ist diese Form des Unterrichts ja auch mit einem gewissen Mehraufwand verbunden", sagt Schulleiterin Uta Steffen.

"Ich finde das gar nicht so schwer. Zumal man notwendige Vokabeln zum besseren Verständnis zur Verfügung gestellt bekommt", sagt Zehntklässlerin Jenny Gräfe. Für Alexander Weiß, ebenfalls zehnte Klasse, bietet der neue Unterricht eine Abwechslung. Zudem mag er Englisch. "Ich habe oft mit der Sprache zu tun, zum Beispiel bei Computerspielen, um mich mit meinen Teamkameraden zu verständigen. Es ist gut, dass Englisch nun eingehender und losgelöst vom reinen Fremdsprachenunterricht auf andere Weise lernen kann", sagt der 16-Jährige.

Das sehen auch Schulleiterin Steffen und ihr Kollegium mit Verweis auf die hohe Bedeutung der englischen Sprache als weltweites Kommunikationsmittel so. "Dieses Schuljahr ist eine Einführungsphase. Am Ende holen wir uns die Meinung der Schüler, Lehrer und Eltern ein und entschieden auf dieser Basis, ob wir weitermachen", sagt Uta Steffen. Sie könne sich das und eventuell sogar einen Ausbau des Angebots gut vorstellen.

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