Neuer Rekord: 170 alte Traktoren und Oldtimer in Breitenborn

Das jährliche Treffen im August hat in der Szene offenbar einen ausgezeichneten Ruf. Denn Jahr um Jahr reisen immer mehr Teilnehmer an.

Breitenborn.

Ein Dorf im Oldtimerfieber: Als am Samstagnachmittag bei brütender Hitze ein Korso von alten Traktoren durch Breitenborn und Wittgensdorf fuhr, schienen fast alle Einwohner auf den Beinen. Das verwundert im Rückblick nicht weiter, denn zu sehen gab es jede Menge historische Nutzfahrzeuge - aber nicht nur. Denn neben Dutzenden von Alttraktoren waren auch Autos und Motorräder vor Ort. Mit rund 170 Teilnehmer konnten die Organisatoren um Ortschaftsbeirat Udo Gotthardt den Rekord vom Vorjahr sogar noch toppen. Damals waren es mehr als 150 Fahrzeuge.

"Das ist kein Wunder", sagte etwa der 18-jährige Dustin Irmscher. Von außerhalb kämen immer mehr Teilnehmer, fuhr das Mitglied der "Breitenborner Schlepperfreunde" fort. Eine Gruppe, in der sich mehr als 30Personen engagieren.


Der rege Zuspruch freut die Organisatoren. Doch weil immer mehr Fahrer mit historischen Autos und Motorrädern mit am Start sind, heißt die Veranstaltung ab diesem Jahr "Traktoren- und Oldtimertreffen Breitenborn", wie Udo Gotthardt erläuterte. "Irgendwas Altes, Historisches fährt in unserem Ort fast jeder", ergänzte Dustin Irmscher.

Längst kommen die Oldtimerfreunde nicht nur aus dem Ort und den benachbarten Orten wie Geithain oder Rochlitz. Bereits am Vortag war ein begeisterter Fan aus Dresden mit seinem Tracker angereist. "Wir haben zum Glück jede Menge Platz an unserem Sportplatz", schmunzelt Irmscher.

Nicht nur am Tag haben die Helfer gut zu tun. Bereits die Vorbereitungen nehmen sie zeitlich arg in Anspruch: Jeder, der in der Vergangenheit am Treffen teilnahm, wird angeschrieben. Von den zurückgeschickten Antwortbögen und deren Daten fertigt Dustins Vater Matthias Irmscher dann Schilder mit Informationen über die aufpolierten Schmuckstücke und Raritäten.


Der Exot

Dustin Irmscher (18) war mit einer "Krause Duo" vor Ort, einem dreirädrigen Fahrzeug, das 1974 erbaut wurde und einen 3,6 PS-Motor hat. Das Modell galt zu DDR-Zeiten als "Krankenfahrstuhl für Behinderte" und ist für zwei Personen ausgelegt. Es ist ausschließlich mit Händen bedienbar. "Ich fahre es, weil es fetzt", sagt der Metallbauer. Frauen könne man jedoch damit eher nicht beeindrucken. "Linkskurven gehen damit prima, beim Rechtslenken, muss man auf das Gleichgewicht achten." (rnh)


Der Leidenschaftliche

Lukas Andrä hat bereits im Alter von sechs Jahren einen Traktor von den Eltern geschenkt bekommen, einen Kramer KA 15, Baujahr 1957. "Den nannte man 'König vom Bodensee'", sagt der Elfjährige, der sich auf seinen 16. Geburtstag freut. Denn dann darf er den Traktor selber steuern, am Samstag zur Rundfahrt tat dies daher seine Mutter. Schrauben darf und kann er schon jetzt. "Ich habe den Gaszug repariert", verweist der Junge, der Landmaschinen-Techniker werden will, auf ein Beispiel. (rnh)


Der Traktorfan

Robin Klaus kam mit einem Traktor der Marke Eicher, Typ Mammut, Baujahr 1960. Das 45 PS starke Modell weist einen Hubraum von 4275 Kubikzentimetern auf und galt dadurch seinerzeit als einer der größten Traktoren. Es wurden 636 Stück produziert. "Ich habe ihn aus dem bayrischen Wald als Schrottkarre abgeholt und sehr viel Zeit und Geld hinein investiert. Es war natürlich auch der Motor kaputt", sagt der 26 Jahre alte Liebhaber von Oldtimer-Traktoren. Klaus besitzt drei weitere Eicher. (rnh)

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