Obstgut: Rekordernte bleibt wohl aus

In dem Seelitzer Betrieb werden bereits die ersten Äpfel gepflückt. 2000 Tonnen könnten es werden, sagt der Chef - das wären doppelt so viel wie 2017, aber immer noch eine durchschnittliche Menge. Indes hofft man auf Regen.

Döhlen.

Sie schmecken süß-säuerlich und sind saftig: Die Apfelsorte Piros ist die erste, die in den vergangenen Tagen von den Bäumen des Obstgutes Seelitz geholt wurde. Sechs Tonnen waren es laut Wolfgang Kuhn, Inhaber des Döhlener Betriebs. Mit Piros ist das Obstgut in die Apfelernte gestartet. In zwei Wochen soll es mit der Sorte Delbar weitergehen.

Im Moment erwartet Wolfgang Kuhn eine gute Ernte. "Die Qualität ist sehr gut, die Größe der frühen Sorten wie in normalen Jahren. Keine Sorte fällt aus. Ich rechne mit einer Erntemenge von 2000 Tonnen. Im Handel wird eine Normalernte prognostiziert - aber keine Rekordernte".

Allerdings blickt er mit gemischten Gefühlen auf die nächsten Wochen: Sorten wie Elstar, Boskop und Jonagold hätten eine gute Größe. Bei anderen wie Pinova und Gala sei zu befürchten, dass sie nicht mehr weiterwachsen - aufgrund der Trockenheit und weil die Bäume teilweise zu voll hängen. "Wenn das Wetter noch 14 Tage so bleibt, sehe ich ein Problem. Äpfel könnten notreif werden", so der Chef. Regen wäre wünschenswert. Aber Kuhn hofft, dass die Felder von Unwetter mit Hagel verschont bleiben. Auch Sonnenbrand sei eine Gefahr für die Früchte.

Dass die Ernte in diesem Jahr weder zu gering noch überdurchschnittlich gut ausfallen wird, davon geht man auch beim Landesverband Sächsisches Obst aus. "Wir erwarten eine gute Ernte und hoffen, dass wir bei den Äpfeln noch etwas Größenzuwachs bekommen", bestätigt Gerd Kalbitz, Vorstand des Landesverbandes. Im Obstbau habe man mit der Trockenheit nicht solche Probleme wie Land- und Viehwirtschaft. Nach Verbandsangaben wurden 2017 im sächsischen Obstbau, einschließlich Sachsen-Anhalt, 83.240 Tonnen Äpfel geerntet.

Auf den Feldern bei Seelitz waren 2016 mehr als 1570 Tonnen Äpfel gepflückt worden. Im vergangenen Jahr waren es 1150 Tonnen. Frost und Hagel hatten für den niedrigen Ertrag gesorgt. 600 Tonnen gingen in die Industrie, 500 Tonnen waren Tafelobst, rund 50 Tonnen Verlust.

Wie sich die Preise in der Branche entwickeln, lasse sich derzeit noch nicht beziffern, sagt Kuhn. "Ich hoffe, dass sie stabil bleiben." Wahrscheinlich würden sie leicht sinken. Auch, wie viel das Obstgut diesmal in die Saftindustrie gibt und auf Wochenmärkten, in Supermärkten und im Hofladen verkauft, lasse sich noch nicht sagen.

Im Obstgut wachsen die Äpfel auf 62 Hektar, in 25 Sorten. In zwei Wochen werden 30 Erntehelfer pflücken. Im Betrieb sind neben Kuhn elf Mitarbeiter beschäftigt. An der Unternehmensnachfolge - Kuhn ist 65 Jahre alt - werde gearbeitet. "Es laufen Gespräche", sagt er.

Auch andere Obstsorten zählen zum Sortiment. 21 Tonnen Erdbeeren wurden in dieser Saison geerntet, gerechnet hatte man mit 36 Tonnen. Bei den Sauerkirschen waren es 3 Tonnen. 500 Kilogramm davon haben Kunden selbst gepflückt. 2 Tonnen gingen an Mostbetriebe, eine halbe Tonne in den Verkauf. Auch eine Tonne rote und eine halbe Tonne schwarze Johannisbeeren wurden gepflückt. Zudem sind die ersten Pflaumen geerntet - 800 Kilogramm. "Rund drei Tonnen werden es wahrscheinlich. Die Pflaumenbäume hängen entgegen dem Trend nicht so voll", erläutert Kuhn.

Selbstpflücken von Äpfeln ist im Obstgut ab 6. September an der Mittweidaer Straße möglich, immer donnerstags, freitags und samstags. Am 30. September wird das16.Hoffest gefeiert, unter anderem mit dem Sängerduo Die Salzataler aus Thüringen.


Rezept für Apfelkuchen

Zutaten für Gedeckten Apfelkuchen: 1 kg säuerliche Äpfel, etwas Zitronensaft, 150 g Butter plus etwas für die Form, 170 g Zucker, 2 Eier, 1 Prise Salz, Abrieb von 1 Bio-Zitrone, 300 g Mehl, 2 TL Backpulver, 5 EL Milch,

150 g Rosinen, 1 TL Zimt, Ei zum Bestreichen, 2 EL Hagelzucker.

Zubereitung: Ofen auf 190 °C vorheizen. Für die Füllung geschälte und halbierte Äpfel mit Zitronensaft, 30 g Butter, 50 g Zucker und etwas Wasser ca. 3 Minuten andünsten und beiseite stellen. Für den Teig den Rest Butter und Zucker schaumig rühren. Eier hinzufügen, alles glatt rühren. Salz und Zitronenschale dazu. Rasch Mehl, Backpulver, Milch untermischen. Hälfte des Teigs in eine gefettete Springform füllen: Boden auslegen, ca. 3 cm Rand hochdrücken. Äpfel darauf, Rosinen darüber, mit Zimt bestäuben. Mit zweiter Teighälfte abdecken, diese mit Ei bestreichen, mit Hagelzucker bestreuen. Auf unterer Schiene ca. 45 Minuten goldgelb backen.

Buchtipp Das Rezept stammt aus dem Buch "Statt Torte. Die besten Kuchenklassiker". Es ist im "Freie Presse"-Shop erhältlich.

ISBN: 978-3-88117-176-2; Preis: 2,95 Euro

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