Oldtimer-Treffen mit Rekorden

Das Nutzfahrzeugmuseum Hartmannsdorf bringt Liebhaber historischer Mobile und Motorräder zusammen. Dabei werden auch Erinnerungen an DDR-Zeiten wach.

Hartmannsdorf.

Trabis und Wartburgs, dazu Motorräder, Brummis, Kräne und jede Menge historischer Autos, die wohl früher Raritäten auf den Straßen der Region waren: Dicht an dicht quetschten sich die Fahrzeuge am 1. Mai im Gewerbegebiet an der Mühlauer Straße. "Ich denke, dass es ungefähr 2000 und damit mehr als vergangenen Jahr sind", so Dieter Vogel vom Verein Historische Nutzfahrzeuge, der zum Oldtimer-Treffen nach Hartmannsdorf geladen hatte. Genaue Zahlen, so sagt er, kenne aber keiner, denn die Teilnehmer müssen sich nicht anmelden. Zudem schätzt er auch, dass mehr Besucher als im Vorjahr kamen, als etwa 10.000 Gäste da gewesen seien.

Das galt auch für Sandro Ludwig aus der Nähe von Schleiz, um dessen laubfroschgrünen Melkus RS 1000 sich den ganzen Tag über Trauben von Menschen bildeten. Nur 101 Exemplare wurden von dem Sportwagen zwischen 1969 und 1980 gebaut, von denen wiederum nur zwei, darunter der von Ludwig, schon zu DDR-Zeiten mit einem 120 PS starken BMW-Motor ausgerüstet waren. "Der Vorbesitzer hatte eine Rennfahrerlizenz. Sonst hätte er das Auto damals gar nicht bekommen", sagte Ludwig, der seinen Boliden ausnahmslos für Oldtimertreffen in Bewegung setzt. "Das Fahrgefühl ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Man sitzt so tief wie in einem Go-Kart."


Auch Jörg Rudolph steuert sein Gefährt, einen Kran ADK 63-2, nur, wenn es unbedingt sein muss. "Das bringt kein Vergnügen", so der 55-Jährige aus Chemnitz scherzend. Das Modell sei bis 1976 in Magdeburg hauptsächlich für den Export, etwa nach Vietnam, Ungarn und Bulgarien produziert worden. Er selbst sei als Kranfahrer Anfang der 1980er-Jahre damit in Berührung gekommen. "Dann wollte ich unbedingt privat einen haben." Den Traum erfüllte sich Rudolph 2004, als er über eine Internet-Auktion einen Kran erwarb, der aber alles andere als verkehrstauglich gewesen sei. Mit mehreren Bekannten baute er ihn in drei Jahren fast komplett neu auf, vom Motor über die Elektrik bis zu den Achsen. Das habe sich gelohnt. "Er ist absolut authentisch" so Rudolph. Mit mehreren DDR-Streifenwagen war indes die Interessengemeinschaft der Volkspolizei Zwenkau vor Ort. Die Mitglieder der Gruppe wollen alte Polizeifahrzeuge vor der Verschrottung retten und gegebenenfalls aufbauen. "Wenn wir unterwegs sind, kleben wir Lautsprecher und die Blaulicht-Rundumleuchten ab, um kein Aufsehen zu erregen", sagte Rudi Zschämisch aus Borna bei Leipzig. Der Lada 2107 des 70-Jährigen habe mit Baujahr 1989 zwar keinen Oldtimerstatus, aber eine bewegte Geschichte. "Er war bei den Montagsdemonstrationen kurz vor dem Mauerfall in Leipzig im Einsatz", so Zschämisch, der das Auto 2009 einem früheren Mitarbeiter der Volkspolizei abkaufte.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...